Nach einer Besichtigung der Bad Kissinger Wärmestube, die vom Kidro-Verein für niederschwellige Hilfen in der Maxstraße betrieben wird, entschloss sich der örtliche Lions Club zur Spende einer neuen Waschmaschine und eines Wäschetrockners im Gesamtwert von 3500 Euro. Bei der Beschaffung gewährte der Bad Kissinger Fachhändler Elektro Fischer nicht nur einen hohen Rabatt, sondern schloss die beiden Geräte gleich an und entsorgte auch die Altgeräte.

"Als ich vor zehn Jahren die Leitung der Wärmestube übernommen habe, standen die alten Maschinen schon da", erinnerte sich Claus Poppe bei der offiziellen Übergabe der beiden neuen Haushaltsgeräte. Erst kürzlich hatte er die altersschwache Waschmaschine zum wiederholten Mal in ihre Einzelteile zerlegen und reparieren müssen, um sie für den täglichen Gebrauch wieder flott zu machen. Gewaschen wird nämlich täglich - die vielen Handtücher und andere im Betrieb der Wärmestube und des Jugend- und Kulturzentrums (Jukuz) gebrauchte Wäsche oder die Arbeitskleidung aller Mitarbeiter des ebenfalls vom Verein Kidro geführten Kissinger Integrationsprojekts (KIP).

Die neuen Geräte sind einfacher zu bedienen, arbeiten viel schneller und sind umweltschonender, freut sich Poppe: "Sie verbrauchen weniger Wasser und weniger Strom." Natürlich dürfen auch alle Wärmestuben-Gäste bei Bedarf die Geräte für ihre eigene Wäsche nutzen. Ein Waschvorgang einschließlich Waschmittel und Weichspüler kostet sie nur einen Euro, ebenso viel die einmalige Nutzung des Trockners. "Außer Mineralwasser gibt es bei uns nichts umsonst", erklärte dazu Kidro-Vereinsvorsitzender und Sozialpädagoge Christian Fenn. "Unsere Kunden sollen den Wert der Dinge entdecken." Es sind die oft einsamen und meist sozialschwachen Mitbürger, die nicht nur aus dem Stadtgebiet, sondern teilweise sogar aus dem Landkreis kommen und in der Wärmestube Geselligkeit und manchmal auch Hilfe suchen.

"Der Verein Kidro leistet gute Arbeit", waren Lions-Präsident Wolfgang Dünisch und sein Stellvertreter Rainer Geisler nach ihrer Ortsbesichtigung überzeugt, weshalb sie sich spontan zur Spende entschlossen, als sie vom Zustand der beiden fast museumsreifen Altgeräte erfuhren. Die 3500 Euro konnten aus dem für solche Zwecke gut gefüllten Spendentopf des vor 60 Jahren gegründeten Clubs entnommen werden. Denn bei den Lions-Mitgliedern ist es durchaus üblich, dass man anlässlich seines Geburtstages auf ein Club-Geschenk verzichtet und stattdessen die Mitglieder um Füllung dieses Spendentopfes bittet. Schließlich haben sich die Lions Clubs weltweit getreu ihrem Motto "Wir dienen" zum Dienst am Nächsten verpflichtet.