Bis zum Redaktionsschluss am Montag stand noch nicht fest, ob es Kandidaten aus dem Stimmkreis Bad Kissingen über die Liste in den bayerischen Landtag geschafft haben. Laut Auskunft der Kreiswahlleitung im Landratsamt werden die Listenkandidaten erst errechnet, wenn die Wahlausschüsse in den Stimmkreisen getagt haben. In Bad Kissingen werde das am Mittwoch oder Donnerstag der Fall sein. "Dann werden die Zahlen an den Bezirkswahlleiter gemeldet", erklärt Pressesprecherin Melanie Hofmann.

Es steht also noch nicht fest, ob Sandro Kirchner als Direktkandidat der CSUBad Kissingen allein in München vertreten wird, oder ob er noch Unterstützung von Kandidaten anderer Parteien bekommen wird. Sicher ist dagegen, dass es die bisherige Landtagspräsidentin Barbara Stamm nicht mehr im Parlament sitzen wird, weil der CSU in Unterfranken kein Listenplatz zusteht. Stamm war nur über die Liste angetreten.

Ebenfalls sicher ist, dass Unterfrankens Einfluss im künftigen Parlament im Verhältnis kleiner wird. Laut vorläufigem Wahlergebnis erhalten alle Wahlkreise, von Oberbayern bis Oberfranken von Schwaben bis Niederbayern mehrere Überhang- und Ausgleichsmandate. Das Parlament wächst, von 180 auf mehr als 200 Abgeordnete. Oberbayern erhält zum Beispiel statt ursprünglich 61 künftig 69 Sitze. Einzig für Unterfranken gibt es keine zusätzlichen Sitze. Warum? Nachfrage bei der Landeswahlleitung: Das Landeswahlgesetz legt fest, wie viele Abgeordnete einem Wahlkreis zustehen. Die Anzahl richtet sich nach der Einwohnerzahl. Ein Direktkandidat erhält immer einen Sitz im Landtag, auch wenn der Partei nach ihrem Gesamtergebnis weniger Sitze zustehen. Der Direktkandidat erhält also ein Überhangmandat. Damit das Verhältnis zwischen den Parteien eines Wahlkreises gewahrt bleibt, gibt es Ausgleichsmandate.

In Unterfranken waren Überhang und Ausgleichsmandate nicht notwendig. Dadurch ist die Region in Zukunft unterrepräsentiert. Das ist rechtens. "Eine Regelung für einen regionalen Verhältnisausgleich [...] sieht das Landeswahlgesetz dagegen nicht vor", teilt die Landeswahlleitung auf Nachfrage mit. Für die Region Main/Rhön ist das ein harter Schlag, findet die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar. MdL Sandro Kirchner sieht das ähnlich. Der ländliche Raum laufe aufgrund des Bevölkerungsrückgangs ohnehin Gefahr, im Parlament weniger beachtet zu werden. Unterfranken hat nach der Landtagswahl 2013 bereits ein Listenmandat eingebüßt. "Wir müssen schauen, dass wir da eine Änderung hinbekommen", sagt er.