Der Verkauf des Kurhaushotels ist Chefsache im Finanzministerium. In der kommenden Woche will Finanzminister Markus Söder (CSU) wohl dem Bad Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), Landrat Thomas Bold (CSU) und dem Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (CSU) persönlich verkünden, wie es nach dem endgültigen Ende der Ausschreibung am vergangenen Wochenende weitergeht. Bis dahin gibt es an offiziellen Aussagen wenig aus dem Finanzministerium: Keine Angaben zur Zahl der Angebote, keine Antworten auf konkrete Nachfragen und erst recht keine Entscheidung.

Auswertung mit Stadt und Kreis

"Intensive Gespräche mit potentiellen Investoren und externen Tourismusexperten haben dabei für alle Beteiligten neue aufschlussreiche Erkenntnisse zutage gefördert", heißt es von Horst Wolf aus dem Pressereferat des Finanzministeriums, und: "Diese werden aktuell ausgewertet und wie bisher in enger Abstimmung mit den kommunalen Vertretern erörtert." Über das weitere Vorgehen solle noch im ersten Quartal 2015 entschieden werden.
"Ich warte jetzt ab, was bei den Gesprächen herauskommt", sagt OB Blankenburg. Auch er habe noch keine Infos, wie die Angebotslage ist. Ähnlich geht es dem Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner: "Ich bin mir sicher, dass Interessenten da sind", berichtet er zwar, aber genaue Zahlen oder Inhalte kenne auch er nicht. Im Vorfeld habe er mehrfach Kontakt zu einem Projektentwickler gehabt, deshalb habe er sich auch mit Nachfragen im Ministerium zurückgehalten, um nicht in Interessenskonflikte zu geraten.

Mehrere Bewerber im September

"Für mich ist erst einmal wichtig, dass wir jetzt einen Investor haben", betont Kirchner. Danach müsse dann aber auch "schnellstmöglich" ein Weg zur Realisierung gefunden werden: "Da müssen sich alle an einen Tisch setzen." Dabei müsse es auch darum gehen, die Bauzeit zu verkürzen: "Es ist ja für alle Beteiligten das Beste, dass es kurz und schmerzlos geht", sagt Kirchner. Deshalb würde er sich auch Befreiungen von den Auflagen der Kurzonensatzung wünschen. Jedoch betont Kirchner, dass er der Stadt keine Vorgaben mache: "Das muss der Stadtrat entscheiden."
"Man muss alles daran setzen, eine Lösung zu finden", sagt auch Landrat Bold. Das Kurhaushotel habe eine große Bedeutung für die Stadt und die ganze Region. Deshalb habe er sich auch von Anfang an in die Verhandlungen eingeschaltet - und ist jetzt auch auf das Gesprächs mit Finanzminister Söder am 13. Februar gespannt.
Die Ausschreibung sollte ursprünglich bereits Ende September enden. "Wir haben eine solide Angebotslage mit mehreren Bewerbern", sagte Finanzminister Söder damals im Interview mit der Saale-Zeitung. Trotzdem wurde die Angebotsfrist bis Januar verlängert. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich im August herausstellte, dass die "Immobilien Freistaat Bayern" mindestens acht Wochen lang ein falsches Exposé auf ihrer Homepage veröffentlicht hatten.

"Wir wollen kein Strohfeuer"

Darin fehlten unter anderem Vorgaben zur Bauzeit und zu Vertragsstrafen, zudem war die Grundstücksgröße falsch. Außerdem dauerte es bis Ende August, bis der Freistaat den für ein Angebot notwendigen Grundstückswert bekannt gab (siehe Info-Kasten). "Am Ende erhält derjenige den Zuschlag, der das nachhaltigste Gesamtkonzept mit einer gesicherten Finanzierung präsentiert", sagte Finanzminister Söder. "Wir wollen kein Strohfeuer, sondern eine langfristige Perspektive für Bad Kissingen." Auch dazu, ob mittlerweile ein Angebot für ein Fünf-Sterne-Haus vorliegt und dies besonders gewürdigt wird, gab es gestern keine Antwort aus München. Allerdings signalisierte Söder hier zumindest "Sympathie": "Die Region wünscht sich ein Fünf-Sterne-Hotel. Dafür habe ich viel Sympathie und Verständnis."