Deshalb gibt Landrat Thomas Bold (CSU) jetzt den Startschuss: Am Donnerstag, 21. Februar, findet um 16 Uhr das erste Dialogforum in der Aula des Münnerstädter Gymnasiums statt. Dort werden Vertreter des Ministeriums und der Regierung von Unterfranken das Projekt ausführlich vorstellen.

Organisiert hat es Nadine Bock (Landratsamt). Sie habe "querbeet" alle eingeladen, die irgendwie mit Bildung zu tun haben - vom Kindergarten bis zur Musikschule. 300 wurden angeschrieben, 100 haben zugesagt, etwa 150 werden am Dienstag erwartet. Nadine Bock findet das Interesse "ganz gut".

Im Anschluss werden fünf Arbeitskreise gebildet, deren Leiter bereits nominiert sind. Diese Gremien setzen sich in den nächsten neun Monaten mit verschiedenen Problematiken intensiv auseinander. Geplant sind jeweils mindestens drei Treffen, vermutlich werden es mehr.

Sie sollen zunächst eine Bestandserhebung in ihrem jeweiligen Bereich erstellen und daraus Lösungsvorschläge mit Empfehlungen erarbeiten. Damit wird sich der Jugendhilfe-Ausschuss des Kreistags befassen. Das soll münden in die Bewerbung um das Qualitätssiegel.

Darüber entscheidet das bayerische Unterrichtsministerium. Es verleiht das Siegel, wenn ein regionales Konzept erarbeitet und umgesetzt wird, das den Zielen einer Bildungsregion entspricht. Wie Nadine Bock sagte, kann die Auszeichnung auch wieder aberkannt werden, "wenn sich nichts verbessert".

"Niemand darf verloren gehen"

In einer Bildungsregion arbeiten laut Ministerium Schulen, Kommunen, Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und außerschulische Organisationen zusammen. Ziel ist die Verbesserung der Bildungsqualität.
Bold sagte, im Landkreis gebe es keinen riesigen Nachholbedarf in allen Bereichen. Die Zusammenarbeit der Beteiligten könne aber optimiert werden. Es gehe um eine Vernetzung. Und: "Wir machen es für die Chancen unserer Kinder, nicht des Qualitätssiegels wegen."

Ein ganz wichtiger Schritt sei dabei der Übergang von der Schule in die Ausbildung und in ein erfolgreiches Berufsleben. Angesichts der demographischen Entwicklung und des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels dürfe niemand "verloren gehen". Die Ressourcen seien besser zu nutzen.


Die regionale Initiative "Bildungsregion" basiert auf Arbeitskreisen. Ihre Themen:


- Übergänge zu anderen Schulen organisieren und begleiten. Leitung: Harry Koch (BBZ Münnerstadt) und Harald Bötsch (Anton-Kliegl-Mittelschule, Bad Kissingen).

- Schulische und außerschulische Bildungsangebote und -träger vernetzen (Schulamtsleiter Josef Hammerl).

- Kein Talent darf verloren gehen, Hilfe für junge Menschen in besonderen Lebenslagen (Jugendamtsleiter Siegbert Goll, Bad Kissingen).

- Bürgergesellschaft stärken und weiter entwickeln (Thomas Reuß, Leiter der Musikschule in Münnerstadt).

- Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen (Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann).

- Informationen bei Nadine Bock, Landratsamt Bad Kissingen (0971/ 801 3050) und unter www-km.bayern.de.