Nicht jedem ist die Malerin Kveta Pacovská ein Begriff. Aber viele kennen die Bilder, die meist sehr ausdrucksstark, farben- und formenreich verschiedene Kinderbücher zieren. Diese Bücher sind Klassiker, die mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Genau aus dem Grund hat Claudia Körber, pensionierte Grundschullehrerin aus Bad Brückenau, vor zehn Jahren gemeinsam mit ihren Schülern die Arbeit der Malerin als Vorbild genommen. In den Räumen der städtischen Bibliothek, wo die Kinderbücher zu finden sind, hatten Schüler damals drei Wände im Stil von Kveta Pacovská angemalt. Kaum ausgeblichen sind die farbenfrohen Wandbemalungen bis heute. Nur eine Seite des Raumes war bisher trostlos weiß. Aus diesem Grund hat Jan Marberg, Leiter der Bibliothek, eine Neuauflage der Malaktion angestoßen. "Ich freue mich sehr, dass die Schüler wieder malen durften", sagt die mittlerweile pensionierte Lehrerin.


"Rund und eckig"

Acht Schülerinnen der vierten Klassen wurden von ihren Lehrerinnen ausgewählt, um die Bibliothek zu verschönern. Warum nur Mädchen malen durften? "Weil die Jungs nicht so gut im Malen sind", sagen die Mädchen einhellig. "In diesem Fall war das leider so", bestätigt Körber. Als Vorlage für die Wand diente damals wie heute das Buch "rund und eckig" von Kveta Pacovská. Die Mädchen wandelten allerdings die Figuren ab, indem sie hier und da Dinge hinzufügten. Einen Nasenring beispielsweise oder einen Blumenstrauß. Künstlerische Freiheit eben.


Ehrenamtliche Arbeit mit Kindern

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) lobte die Arbeit der Kinder. In insgesamt 120 Minuten haben die acht Mädchen ihr Werk vollbracht. "Die Wand ist wunderschön geworden", sagt Meyerdierks und betont die Bedeutung solcher Aktionen. "Die Kinder sind für unsere Stadt besonders wichtig und deshalb sind solche Maßnahmen wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit", fügt sie hinzu. Bei Claudia Körber bedankte sie sich für ihre ehrenamtliche Arbeit mit den Kindern.
Und einen weiteren guten Zweck hat die Aktion: "Gerade Kinder sind noch leichter an Bücher heranzuführen als Jugendliche", sagt der Leiter der Bibliothek, Jan Marberg, "das ist sozusagen eine Win-Win-Situation - für die Kinder und die Bibliothek". Marberg betont, dass es wichtig für die Stadt sei, gerade für diesen Bereich Geld in die Hand zu nehmen. Denn schließlich profitiere die Stadt sehr von den jungen Bürgern, wenn man in dieses Kapital investiert.