Die Freiwillige Feuerwehr Bad Kissingen, das sind erstmals über 200 Mitglieder. Genau genommen sind es 201 Mitglieder, 18 davon traten im vergangenen Jahr neu bei. Die Kissinger Wehr verzeichnet 73 aktive Feuerwehrdienstleistende, davon 42 Atemschutzgeräteträger, neun Feuerwehranwärter, 55 passive Mitglieder, 62 fördernde Mitglieder und zwei in der Kinderfeuerwehr. 317 Mal wurde die Kernstadtwehr im Jahr 2019 alarmiert, was zusammen mit den 147 Feuersicherheitswachen insgesamt 464 Einsätze ergibt.

Wie Kommandant, Stadt- und Kreisbrandinspektor Harald Albert auf der Jahreshauptversammlung erläuterte, sei bei der Größe der Wehr und der Anzahl der Einsätze nicht mehr alles ehrenamtlich zu leisten. Nach Jahren der Forderung hat die Stadt zum Jahreswechsel einen zusätzlichen Gerätewartmeister eingestellt.

Nicht nur die Einsatzzahlen seien 2019 gestiegen, sondern auch die Brandmeldungen erreichen mit aktuell 65 einen Höchststand. Einer der größten Einsätze war ein Großbrand in einem mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshaus in der Hemmerichstraße. Nach einem Brand in der Lüftungsanlage retteten die Einsatzkräfte 15 Personen über das Treppenhaus und zehn über die Drehleitern. Bei den übrigen Bränden handelte es sich um Klein- und Mittelbrände. 20 Mal war eine Brandnachschau erforderlich.

Auch die Zahl der technischen Hilfeleistungen stieg mit 153 auf einen neuen Höchststand. Waren es in der Vergangenheit hauptsächlich schwere Verkehrsunfälle zu denen die Wehr ausrückte, ist es nun fast wöchentlich eine Wohnungsöffnung bei akuter Gefahr. 27 Personen fanden die Feuerwehrleute hilflos vor, acht waren bereits verstorben. 31 Mal wurde die Feuerwehr zu Verkehrsunfällen gerufen, 15 Mal unterstütze sie den Rettungsdienst durch Tragehilfe. Aber, es gab auch 84 Fehlalarmierungen. 82 Mal ausgelöst durch Brandmeldeanlagen und leider auch zweimal durch böswilligen Alarm.

Dass für all diese Einsätze auch geübt werden muss, stellte Stadtbrandmeister Michael Wolf in den Vordergrund seiner Ausführungen. Neben Groß- und Kontingentübungen fanden wöchentlich Schulungen, Übungen und Unterweisungen statt. Zahlreiche Kameraden nahmen an überörtlichen Schulungen teil.

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) dankte den Feuerwehrleuten. Nicht nur, weil dies seine letzte Jahreshauptversammlung bei der Kissinger Wehr als OB war, sondern auch weil "ihr in Zeiten der Verunsicherung eine Konstante seid. Ihr seid verlässlich, ihr seid immer da und das an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden am Tag". Die Feuerwehr gäbe ein Gefühl der Sicherheit, ein Gefühl zu wissen, was Heimat ist. "Die Zusammenarbeit mit Euch wird mir fehlen", sagte er. Auch die Polizei verneige sich vor der Leistung dieser Wehr. Auf die sei man fast täglich angewiesen, sagte Christian Pörtner, stellvertretender Dienststellenleiter der Bad Kissinger Polizei wissen. Pörtner verabschiedete sich sich ebenfalls vond er Kissinger Wehr. Er wird als neuer Inspektionschef zur Polizei nach Hammelburg wechseln. Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU), trat als stellvertretender Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes auf. Er ging auf das Ehrenamt ein. So sei im Freistaat Bayern statistisch jeder Zweite ehrenamtlich tätig. Für die Feuerwehr und die Stadt Bad Kissingen wurden 5700 freiwillige Stunden geleistet wurden, was 721 Arbeitstagen entspricht. "Wären sie nicht ehrenamtlich, hätten diese bezahlt werden müssen, was für die Stadt fast unmöglich gewesen wäre", lobte er. Weitere Grußworte kamen vom Garitzer Kommandanten Ralf Schubert, der auch für die anderen Stadtteilwehren und die gesamte Blaulichtfamilie sprach, sowie von der Patenwehr in Schorndorf und der Kreisbrandinspektion Bad Kissingen.

Geehrt, befördert und verabschiedet wurden wieder etliche Mitglieder. So erhielten das Dienstaltersabzeichen für 30 Jahre Stefan Hauer, für 40 Jahre Jochen Hartmann und Karl Heinz Mehringer. Verabschiedet wurde Thomas Baumgart, der den Wohnort wechselte. Die Ehrennadel für besondere Verdienste um den Brand- und Katastrophenschutz erhielt in Bronze Anja Weingärtner. Die gleiche Auszeichnung, nur in Silber, ging an Daniel Weingärtner. Das Ehrenzeichen in Silber für Verdienste um die Feuerwehr Stadt Bad Kissingen erhielt Thomas Schäfer und in Gold Kay Blankenburg. Mit stehenden Ovationen wurde der nun ausgesprochenen Ehrenmitgliedschaft von Klaus Ströhlein gedacht.