Plüschtiere, ein Lego-Auto, Bonbons und jede Menge warme Sachen. Die Mädchen und Jungen packen die Geschenke in die bunt beklebten Schuhkartons und hoffen, dass sie armen Kindern damit eine Freude machen. "Als es um St. Martin und das Teilen mit Bedürftigen ging, haben wir den Kindern erklärt, dass es auf dieser Welt auch Kinder gibt, denen es nicht so gut geht", erzählt Erzieherin Cordula Altmann.

Die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" war ein guter Anlass, das Thema mit Leben zu füllen. Die "Kinder-Oase" in Machtilshausen ist heuer das erste Mal dabei, und Leiterin Michaela Warmuth freut sich über die gelungene Premiere. "So können auch wir unseren kleinen Beitrag leisten", betont sie. Vier Altersstufen gibt es in der Einrichtung, und jede Gruppe spendet einen Karton. Die Präsente wurden von den Eltern der Kinder gesponsert.

Die Familie Densch aus Machtilshausen engagiert sich schon seit neun Jahren für die Aktion zugunsten bedürftiger Kinder in Osteuropa. Sie waren damals im Altlandkreis Hammelburg die Ersten. "Ich habe von einem Freund einen Flyer bekommen, und wir haben zwei Päckcken fertig gemacht", erinnert sich Dieter Densch an die Anfänge. In der Folge beschäftigte sich Densch intensiver mit dem Thema und erklärte sich dann auch bereit, Kartons anzunehmen. "Am Anfang waren es vielleicht 30, im nächsten Jahr schon 50, und schließlich sind wir bei über 300 gelandet", berichtet der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Über 3000 Flyer verteilt

Die stetig größer werdende Resonanz kam aber nicht von allein. Dieter Densch rührte kräftig die Werbetrommel, bat die Medien um Hilfe und verteilte Flyer, unter anderem an Schulen und Kindergärten. "Dieses Jahr waren es allein über 3000 Flyer", berichtet er. Das Engagement für "Weihnachten im Schuhkarton" ist ihm eine Herzenssache. "Es werden Kinder beschenkt, von denen einige noch nie in ihrem Leben ein Geschenk bekommen haben", macht Densch deutlich.

Im Gegensatz zu einer Geldspende an eine wohltätige Organisation sieht der Spender bei der Aktion auch, womit er den Kindern eine Freude macht. "Der Sammelstellenleiter Wolfgang Schnepf ist schon bei der Übergabe der Geschenke dabei gewesen und hat anschließend von den leuchtenden Augen der Kinder berichtet", sagt Dieter Densch. Einige der Spender haben auch Dankesbriefe von Kindern bekommen. Wer einen Schuhkarton packt, kann nämlich seine Adresse dazulegen.

"Da weiß man dann auch, dass die Hilfe ankommt", unterstreicht Densch. Auch seine Kinder helfen schon eifrig mit. Christina (12), Maximilian (8) und Lukas (6) packen ihre eigenen Kartons, wobei sie die Geschenke sogar von ihrem Taschengeld bezahlen.

Großes Lob für Engagement

Auch Eva Albert gehört schon seit vielen Jahren zum Kreis der Spender. "Ich habe selbst zwei Enkelkinder, denen es gut geht. Auch andere Kinder sollen von dem Wohlstand hier zu Lande etwas abbekommen", erklärt sie ihre Motivation. Die Hammelburgerin unterstützt daher auch die Aktion "Süße Überraschungen" der Kolpingsfamilie sowie ein Patenkind in einem Entwicklungsland. Ihr ausdrückliches Lob gilt dem Einsatz von Dieter Densch. "Ich finde es gut, wie er sich seit Jahren engagiert", bekräftigt Eva Albert.

Wenn ein größerer Stapel zusammengekommen ist, bringt die Familie Densch die Päckchen von Diebach und Machtilshausen nach Fuchsstadt. Dort hat sich die Familie Reis vor drei Jahren bereit erklärt, eine zentrale Annahmestelle für die Aktion einzurichten. Bettina Reis packt schon seit acht Jahren zusammen mit ihren Sprösslingen Päckchen. "Ich finde es wichtig, Kindern klarzumachen, dass es nicht allen so gut geht wie uns hier in Deutschland und dass wir auch an die Schwachen und Armen denken sollten", betont Bettina Reis.

Mit dem Van nach Egenhausen

Die Familie nimmt die Kartons nicht nur an, sie bringt sie anschließend mit ihrem Van mit Anhänger auch nach Egenhausen bei Schweinfurt. Dort wartet Sammelstellenleiter Wolfgang Schnepf auf sie, um die Kartons in Empfang zu nehmen. Hier werden sie später in Lkws umgeladen, welche die Geschenke in die Empfängerländer in Osteuropa transportieren, zum Beispiel nach Rumänien. Rund 100 Kartons schafft die Familie Reis mit einer Fahrt. Im vergangenen Jahr wurden 339 Päckchen in Machtilshausen, Diebach und Fuchsstadt abgegeben.