Von den im April letzten Jahres gebilligten Wegen, die für das Kernwegekonzept vorgesehen worden waren, hat das Amt für Ländliche Entwicklung ein paar gestrichen. Die Verbleibenden befinden sich fast ausschließlich im Bereich Motten. Landschaftsarchitekt Robert Knidlberger (Wartmannsroth) stellte dem Gemeinderat vor, wie die Umsetzung vorgenommen werden könnte.
Ziel ist die Entlastung der innergemeindlichen Straßen besonders von großen Traktoren. Diese sollen auch auf den Kernwegen von Fußgängern, Fahrradfahrern und Pkw problemlos passiert werden können. Alle im Konzept aufgelisteten Wege sollen eine Gesamtbreite von circa vier Metern bekommen, bestehend aus 3,50 Metern Asphalt und circa 75 Zentimeter Bankette. Durch Wegseitengräben soll Regenwasser besser abfließen können und so der Erhalt der Wege gesichert sein. Bislang schwemmt schlecht abfließendes Wasser viele Wege aus.
Der Bereich um den Kretzenhof ist im Kernwegekonzept verblieben. Dort soll sowohl asphaltiert, als auch ein bestehender Schotterweg verbessert werden. Im Bereich Döllau wird der Weg geschottert und geringfügig begradigt. Der Wasser abführende Wegseitengraben soll in die Döllau münden. Vom Haubenhof aus wird ein Weg asphaltiert, bis zum Forstrand entsteht ein Schotterweg auf einem bisherigen Erdweg. Im Bereich des Hohlwegs und der Biotophecke plädierte Gemeinderat Alfons Erb (Wählergemeinschaft Motten) für eine Asphaltierung, da hier der Weg besonders oft ausgeschwemmt sei. Sowohl Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) als auch Robert Knidlberger entgegneten, dass man "hier naturschutztechnisch aufpassen" müsse. Dies sei ein "sensibler Bereich" und "kritischer Abschnitt". Dennoch will Knidlberger diesen Punkt mit der Unteren Naturschutzbehörde abklären. Unterhalb der Wasserscheide in Richtung Kothen wird ein Steilstück auf einer Länge von 70 Metern asphaltiert.


Kosten stehen noch nicht fest

Grundsätzlich ist die Empfehlung für Kernwege immer eine Asphaltierung. Doch habe sogar das Amt für Ländliche Entwicklung "festgestellt": "In der Rhön ist die Ausnahme die Regel", berichtete Jochen Vogel. Außerdem gab das Amt die Empfehlung, Wege um die Gemeinde herum zu erschließen und nicht die direkten Verbindungen zu sanieren.
Die Kosten stehen noch nicht fest. Robert Knidlberger legte dem Gemeindeoberhaupt nahe, dass der Bauhof im Bereich des Kretzenhofs den Unterbau der Wege prüfen solle. Eventuell könnte bei gutem Unterbau die Kosten gesenkt werden. Diese gehen von einem kompletten Neu- und Unterbau aus. Darüber hinaus sei "in vielen Fällen Grunderwerb nötig", machte Knidlberger klar. Der schwierigste Punkt sei jedoch die Suche nach Ausgleichsflächen.
Voraussichtlich 786 844,93 Euro müsse die Gemeinde in ihren Wegeausbau stecken. Dies sei "nicht auf einen Schlag" realisierbar, sondern "über einen längeren Zeitraum", sagte Vogel. Er rechnet mit 50 bis 65 Prozent Förderung, dies jedoch erst bei Vorliegen von genehmigungsfähigen Unterlagen. Gemeinderat Dominik Bös (Wählergemeinschaft Motten) sah die "Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht", wenn mit dem Ausbau im Bereich der Döllau begonnen werden würde, da somit "der Verkehr aus dem Ort rausgenommen wird". Auch den Bereich um den Kretzenhof solle man sich bald vornehmen, da die Wege dort einfach "kaputt" seien. Auch Vogel sprach sich dafür aus, mit den kaputten Wegen zu beginnen. Seinem Vorschlag, die Bereiche Döllau und Kretzenhof als Erstes zu sanieren, schloss sich der Gemeinderat einstimmig an. Wenn die Förderhöhe bekannt ist, können weitere Wege für die Jahre 2018 und 2019 eingeplant werden.