Natürlich weiß Thomas Menz um die Vakanz, ihm ist klar, dass sich nach der Berufung von Pfarrer Thomas Kessler zum Generalvikar an den Gottesdienstzeiten etwas ändern würde. Doch es dass sonntags keine Heilige Messe mehr in der Jakobuskirche gibt, findet er "sehr traurig und sehr schade".

Zwischen 60 und 100 Gottesdienstbesucher kamen laut Menz regelmäßig jeden Sonntag in die Jakobuskirche, neben Kissingern auch Kurgäste. Viele Gläubige schätzten die Jakobuskirche an sich, aber auch den frühen Beginn der Heiligen Messe um 8.30 Uhr. Da habe man anschließend noch etwas unternehmen können.
"Vor allem die alten Kissinger wollen in die Jakobuskirche, sie sind das so gewohnt," fährt Thomas Menz fort. Er, und wie er aus Gesprächen weiß, viele andere Gläubige hoffen, dass der Sonntagsgottesdienst in der Jakobuskriche nach dem Ende der Vakanzzeit wieder zurückkehrt.


Jetzt Vorabendmesse

Allerdings müssen die Bad Kissinger Katholiken nicht ganz auf "ihre" Jakobuskirche verzichten. Statt in der Herz-Jesu-Kirche findet die Vorabendmesse samstags um 18 Uhr nun in der Jakobuskirche statt. Eine weitere Messfeier gibt es montags um 8.30 Uhr. Doch das tröstet viele nicht. Es sei schade, wenn eine so schöne Kirche sonntags leer steht, sagt Menz, der bereits im Alter von zwölf Jahren als Ministrant von der Stadtpfarr- in die Jakobuskirche wechselte und dort ehrenamtlicher Küster ist: "Für mich ist der Sonntag entscheidend, der Samstag ist ein Arbeitstag."

"Die Vakanz hat es notwendig gemacht", begründet Kaplan Paul Reder die aktuelle Lage. Zumal die beiden Ruhestandsgeistlichen Mitka und Enengel zur Zeit wegen Krankheit ausfallen. Dass die gewohnten Gottesdienstzeiten so nicht mehr möglich sind, betreffe alle Kirchengemeinden in der Pfarreiengemeinschaft "Jesus - Quelle des Lebens". "Das ist für alle schmerzhaft."

"Wir versuchen, zu zweit ein Notprogramm zu fahren", sagt Kaplan Reder, dem noch Kaplan Sylvester Ajunwa zur Seite steht. Wobei Reder den Hinweis nicht vergisst, dass zum Seelsorge-Team der Pfarreiengemeinschaft auch Diakon Christoph Glaser, Gemeindereferentin Monika Hufnagel und Gemeindeassistentin Petra Strauß zählen.


In der Hand des neuen Pfarrers

Ob es den Sonntagsgottesdienst in der Jakobuskirche wieder geben wird, wenn die Vakanz vorbei ist? Da wagt Kaplan Reder keine Prognose. "Das liegt in der Hand es neuen Pfarrers." Noch wisse man weder, wie sich die Nachfolge gestaltet, noch, wie lange die Vakanz dauert. Da gebe es keine Richtwerte, wobei die Vakanzen in den Zentrums-Städten für gewöhnlich kürzer sind. "Wir sind darauf angewiesen, dass sich jemand bewirbt, dann wird der passende Kandidat ausgesucht."

Er könne es sehr gut nachvollziehen, dass viele Kissinger Katholiken den Sonntagsgottesdienst in der Jakobuskirche vermissen, schließt der Kaplan, ihm gehe es ebenso. "Aber wir können an der Realität nicht vorbeireden."


Keine Gottesdienste "am Fließband"

Beschränkung
Katholische Geistliche können nicht nach Gutdünken endlos Gottesdienste halten. Wie in der Gottesdienstordnung der Pfarreiengemeinschaft "Jesus - Quelle des Lebens" nachzulesen, untersagen die kirchenrechtlichen Vorgaben einem Priester im Normalfall eine mehrmalige Feier der Eucharistie an Wochentagen. An Sonn- und Feiertagen ist aufgrund von seelsorgerischen Notlagen höchstens eine dreimalige Feier der Messe erlaubt, einschließlich der Samstags-Vorabendmesse. Diese Regelung sei auch eine verbindliche Vereinbarung für Priester auf Dekanatsebene, um die Würde der Feier nicht zur seelenlosen Routinearbeit verkommen zu lassen. Wobei selbst diese Regel zur Zeit in der Pfarreiengemeinschaft etwas aufgeweicht werden muss, wenn zum Beispiel ein Requiem hinzu kommt.

Umfangreich Das Einsatzgebiet in der Pfarreiengemeinschaft "Jesus - Quelle des Lebens" ist umfangreich. Es besteht aus der Pfarrei "Herz-Jesu" Bad Kissingen mit den Filialkirchen Winkels und Reiterswiesen, der Pfarrei Arnshausen und der Pfarrei Hausen mit der Filialkirche Kleinbrach. Dazu kommen weitere Eucharistiefeiern in Krankenhäusern und Altenheimen, Trauungen und Requien.