Ein hervorragender Prüfungsabschluss im Sommer 2012 ebnete den Weg vom IHK-Bezirk Würzburg-Schweinfurt über den Landessieg bis hin zum IHK-Bundessieg. "Eine weitere Prüfung war nicht nötig, ich musste nur mein Berufsschulzeugnis nachreichen", sagt die 23-Jährige über ihren Erfolg erstaunt.
Im Oktober erhielt sie "ohne Vorwarnung" ein Schreiben vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag, worin sie zur offiziellen Feier nach Berlin eingeladen wurde - und die fand am Montag, 12. Dezember im Maritim-Hotel statt. Bei den vorherigen Auszeichnungen wurde sie immer von Freunden begleitet, doch nach Berlin wollte sie mit ihren Eltern reisen. So machten sich die Drei auf den Weg, besuchten eine Vorstellung der "Blue-Man-Group" und harrten am nächsten Tag mit 220 zu ehrenden Auszubildenden aus ganz Deutschland der Dinge.
Um 14.30 Uhr, so erzählt sie, war Generalprobe mit Moderatorin Barbara Schöneberger und die machte Eindruck: "Höchstschwanger, sehr freundlich und witzig" - lautet das Urteil von Kathrin Glaser. Danach gab es Snacks und Fototermin, bevor es um 17 Uhr losging: In den nächsten drei Stunden wurde jeder Auszubildende einzeln auf die Bühne gerufen und erhielt Pokal mit Urkunde - und weil "Veranstaltungskauffrau" ziemlich zum Schluss kann, hatte die blonde "Landkreis-Kissingerin" genügend Zeit, ihre Augen offen zu halten.
Das professionelle Management der Veranstaltung hat sie fasziniert und einiges hat sie sich für die Staatsbad GmbH gemerkt. So fand sie es Klasse, dass die Bühnenpositionen genau markiert waren, "da wusste man genau, wo man zu stehen hat". Dies und weiteres will sie z. B. beim Rosenball oder beim Tanzturnier umsetzen und von daher "war es für mich eine Fortbildungsreise".
Begeistert war sie auch von Zeitmanagement und Medienaufwand: "Man kam sich richtig wichtig vor", erzählt sie zwei Tage spräter und ergänzt: "Am meisten hat mich gefreut, dass meine Eltern dabei und richtig stolz auf mich waren."
Ein Gala-Abend schloss sich an, den jedoch Familie Glaser nur kurz genoss, denn noch am gleichen Abend ging es zurück nach Bad Kissingen. Dankbar ist sie auch der Staatsbad, die diesen Berliner Ausflug mit einer Prämie unterstützt haben.
Schon am nächsten Tag hatte sie der "Büro-Alltag" wieder. Emails checken, innerbetriebliche Abstimmung der Einsatzpläne von Personal und Technik, Kontakte mit Künstlern und Agenturen, Ankunftszeiten beachten, Proben einplanen, Übernachtungen organisieren - das alles und vieles mehr läuft über den Schreibtisch von Kathrin Glaser im zweiten Stock der "Kurverwaltung".
So ein "Jahreskulturprogramm" will verwaltet sein, und das geht nur mit "70 Prozent Organisation und 30 Prozent Improvisation" - aber die zwei Prinzipien stehen in einem variablen Verhältnis zueinander, meint die junge Frau. So steht jetzt der Kissinger Winterzauber vor der Tür, und da kann sich das Verhältnis schon umkehren: "Der richtige Stress beginnt am Montag vor dem Beginn des Festivals", meint sie, "da flattern einem die Nerven, wenn etwas Unerwartetes geschieht". Die letzte Sitzung vor einem solchen Event ist immer die "Death-Line" für ihre Listen, die dann alle Informationen für die Mitarbeiter enthalten.
Doch der Winterzauber ist nur eine Veranstaltung im Jahreskulturprogramm, von den übrigen erzählen die Plakate in den Büros der Abteilung. "Eigentlich lebe ich in der Zukunft", so Kathrin Glaser. Wenn der Kissinger Kabarettherbst beginnt, denkt sie schon an den Winterzauber und manchmal muss sie sich erst klar machen, dass immer noch das Jahr 2012 ist.
Die Zukunft entsteht in den regelmäßigen "Teambesprechungen", die immer dienstags stattfinden und von Bruno Heynen geleitet werden. Das Team besteht aus der Veranstaltungsabteilung sowie Mitarbeitern vom Gebäudemanagement und von der Technik. "Wen hole ich wann?" und "Welche Räume brauche ich?" - das sind grundsätzliche Entscheidungen, bei denen sie und ihre Mitarbeiter einbezogen werden: "Da schauen wir schon mal in Youtube ein Clip von dem vorgeschlagenen Künstler an!" - und wenn alles abgesegnet ist, dann ist die Veranstaltungsabteilung die Koordinationsstelle, um mit der Agentur den Termin und alle Rahmenbedingungen zu vereinbaren - also die kulturelle Zukunft von Bad Kissingen zu gestalten.