Das im Jahr 2001 von Pfarrer Hirschbrich gegründete Kardinal-Döpfner-Museum in Hausen kann Besuchern dank eines neuen Flachbildfernsehers mit DVD-Player jetzt auch eine Auswahl an Rundfunk- und Fernsehdokumentationen über das Leben des aus Hausen stammenden Kirchenvertreters zeigen. Gesponsert wurden die Geräte von Annette Müller, der Inhaberin des örtlichen Elektrogeschäftes "Fernseh-Müller". Zur Übergabe im Museum brachte sie auch gleich ihren Mitarbeiter Manfred Alles mit, der die Geräte installierte und den ehrenamtlichen Mitarbeitern die Handhabung erklärte.

Das Betreuerteam, bestehend aus Gabi Müller, Werner Martin und Hans Georg Keßler, ist Ansprechpartner für Museumsbesucher. Führungstermine können nur auf Anfrage über die Homepage des Kardinal-Döpfner-Museums vereinbart werden, da das Museum keine festen Öffnungszeiten hat.

Die Ausstellung umfasst einige Privatsachen des Kardinals, wie zum Beispiel ein Schaukelpferd der Familie Döpfner, eine Schnupftabakdose und als Nachlass an die Gemeinde Hausen auch seinen Bischofsstab. Außerdem zeigen viele Bilder Ausschnitte aus dem Leben Döpfners.

Dank der neuen Fernseher können größere Besuchergruppen, die nicht auf einmal in die eher kleinen Räume passen würden, aufgeteilt werden. Eine Gruppe kann in der Kirche Filmmaterial anschauen, während die andere die Führung mit Informationen zum Leben und Wirken Döpfners erhält, erklärt Keßler.

Auf die Frage, was ihn denn bewogen habe, nach dem Tod von Pfarrer Hirschbrich die Museumsleitung zu übernehmen, erzählt Keßler von einem persönlichen Erlebnis mit Kardinal Döpfner: Er wurde von ihm gefirmt. Außerdem hätte er sich schon immer mit ihm und seinem Werdegang beschäftigt. "Wir versuchen die Erinnerung an Kardinal Döpfner am Leben zu erhalten."

Hintergrund

Julius Döpfner wurde am 26. August 1913 als drittes von fünf Kindern im heutigen Kissinger Stadtteil Hausen geboren. Ab 1925 lebte er in Würzburg, weil er dort Schüler im "Bischöflichen Knabenseminar Kilianeum" war. Nachdem er als Jahrgangsbester sein Abitur gemacht hatte, studierte er ein Semester in Würzburg, bevor er mit einem Stipendium an das Collegium Germanicum der Päpstlichen Universität Gregoriana wechselte. 1948 wurde er vom Bamberger Erzbischof Kolb zum jüngsten Bischof Europas geweiht und zehn Jahre später in Berlin dann durch Johannes XXIII. zum Kardinal erhoben. Die längste Zeit war er jedoch ab 1961 als Erzbischof von München und Freising tätig, bevor er am 24. Juli 1976 einem Herzinfarkt erlag.