Mit einem dreifachen "Die Burkardröther Kirmes, sie lebe hoch" ist die traditionelle Kirchweih eröffnet worden, die noch bis Sonntag, 26. Oktober, dauert. Unter Begleitung der Bläservereinigung zogen die Kirmesburschen durchs Dorf, um ihre Mädchen abzuholen. Junge Leute auch aus Wollbach, Zahlbach und Stralsbach hatten sich eingefunden, um dem Treiben beizuwohnen, genauso wie die Ortsbevölkerung.
"Die Kirmestradition mit ihren ursprünglichen Tänzen und dem dazugehörenden Brauchtum wurde vor 20 Jahren wiederbelebt", erinnert sich Sabine Braun aus Wollbach, die mit den jungen Leuten seit 2003 die Tänze einstudiert. "Es handelt sich hier um fränkische Volkstänze. Im September fangen wir mit dem Proben an, treffen uns regelmäßig zum Üben und überlegen uns auch Themen für traditionellen Reden und Gedichte an diesem Tag."

Originelle Rede ausdenken

Traditionell für die Organisation der Kirchweih zuständig sind die "Platzmagd" und der "Retzeknecht", eine Aufgabe, die von Milena Groten und Jakob Frank übernommen wird. "Wir halten die Rede bei der Kirchweih am Samstag und holen die Erlaubnis beim Bürgermeister und beim Pfarrer für das Abhalten der Kirmes ein", erläutert Jakob Frank, der "Retzeknecht. "Wir sind stolz darauf, dass wir diese Tradition erhalten", so Frank.
Woher der Ausdruck "Retzeknecht" kommt? Man weiß es nicht, selbst ältere Burkardröther konnten hierüber keine Auskunft geben. "Es wird wohl so sein, dass der ,Retzeknecht‘ so etwas wie der Anführer der Knechte auf einem Bauernhof war", mutmaßt Sabine Braun.
An der Kirmes teilnehmen kann man ab etwa 16 Jahren. "In früheren Zeiten war es so, dass man nach Beenden der Volksschule bei der Kirmes mitmachen konnte", sagt Sabine Braun. Und ganz dem Zeremoniell entsprechend geht es auch bei der Abholung der Mädchen durch die Kirmesburschen zu. In Gedichtform werden die Eltern des Mädchens angesprochen und die Bitte geäußert, dass man die Tochter auf die Kirmes mitnehmen dürfe. Natürlich muss man versprechen, sie heil wieder zurückzubringen und während der Kirmes auf sie aufzupassen. Die Rede wird mit lustigen Zusätzen gewürzt, ist in jedem Jahr anders und immer wieder originell.
Einiges an Arbeit kommt auf die Kirmesburschen und Mädchen zu, um diesen Tag würdig feiern zu können. Doch die jungen Kirmesleute werden natürlich bei den Vorbereitungen nicht allein gelassen. "Die Freiwillige Feuerwehr Burkardroth kümmert sich um den Kirmesbaum und stellt ihn am Marktplatz auf", berichtet Alexandra Groten, Schriftführerin bei der Feuerwehr Burkardroth und gleichzeitig Mutter der "Platzmagd". Die Mädchen schmücken dann den Baum, und die Bläservereinigung Burkardroth sorgt für die musikalische Umrahmung des Festakts. Die Kirmeseltern laden außerdem am Samstagmittag in das Feuerwehrhaus ein, wo sie die Besucher verköstigen. "Der Gewinn kommt dabei den Kirmespaaren zugute", so Groten.

Auch für das Publikum

Die rund zehn Kirmespaare haben dabei offensichtlich viel Spaß. Und natürlich wird auch für das Publikum einiges geboten. Am Samstag, 25. Oktober, werden die Kirmesburschen vormittags den Kirmesbaum schlagen, welcher dann von der Feuerwehr Burkardroth auf den Rathausplatz transportiert wird. Um 14 Uhr werden bei Bürgermeister Waldemar Bug und Pfarrer Stephan Hartmann die Erlaubnis zum Durchführen der Kirmes eingeholt, wobei "Retzeknecht" und "Platzmagd" auch eine Rede halten werden. Anschließend werden der Kirmesbaum aufgestellt und die Tänze vorgeführt. Unter musikalischer Begleitung der Burkardröther Bläservereinigung geht es dann zum Feuerwehrhaus, wo es Kaffee und Kuchen gibt. Um 18 Uhr ist Gottesdienst, anschließend findet im Feuerwehrhaus die Wahl des neuen Kirmeskönigs und der neuen Kirmeskönigin statt. Und natürlich geht man auch mit der Zeit: Beim Kirmestanz im Feuerwehrhaus legt in diesem Jahr ein DJ auf.