Jonas Römmelt, Rythmusgitarrist der Band Southern Island starrt perplex in die französische Café-Karte: "Ich kann doch gar kein Parisisch." Die Musiker sind zwar nicht in Paris, aber im französischen Honfleur direkt am Atlantik, in der Nähe von Caen. Mitte Oktober hatte die Band aus Bad Brückenau und Umgebung die erfreuliche Aussicht auf einen Auftritt in der Normandie bekommen. Schnell war der Kontakt zu Peter Näder hergestellt, den Popularmusikbeauftragten des Bezirks Unterfranken.
Der Auftritt ergab sich aus der fortwährenden Zusammenarbeit des Bezirks Unterfrankens mit dem französischen Bezirk Calvados. Gesucht war eine deutsche Band, die auf einem deutsch-französischen Filmfestival zusammen mit einer französischen Band den Abend bestreitet. Über das Internet fand Peter Näder schließlich zu der Band aus dem Sinntal. Diese sagte sofort zu und fuhr als "Kulturbotschafter" Unterfrankens in das 900 Kilometer entfernte Honfleur, um ihre selbstgeschriebene Musik zum Besten zu geben.
Unterstützt vom Bezirk machte sich die Band samt Fahrer und Manager auf den Weg. Nach der Ankunft in den Abendstunden war noch genug Zeit, die Stadt Honfleur mit all ihren Ateliers, Cafés und Bars zu erkunden. Tags drauf besuchte die Band die nicht weit entfernte Küste, der Soundcheck war für den Nachmittag vorgesehen. Zwei französische Techniker mit viel Know-How standen der Band zur Seite. Beim Soundcheck trafen die Sinntaler auch das erste Mal auf die französischen Kollegen von der Punkband Legs eleven, die an dem Abend erst ihren zweiten Auftritt hatten. Ab 22 Uhr heizte Legs eleven mit Eigen- und Coverversionen gut ein und legte eine tolle Show hin, ehe Southern Island an der Reihe war. Die Band wurde sowohl von den Franzosen als auch von den Deutschen gut aufgenommen. "Für die Band war das eine super Erfahrung", sagt Robin Kirchner, Sänger und Gitarrist der Band. Auch Bassist Ingo Lößer hatte seinen Spaß: "Es ist einfach klasse gewesen, mal im Ausland zu spielen." Das motiviere "für die bevorstehenden Auftritte."