"Die Wollbacher Flur kann sich sehen lassen", sagte Jagdvorsteher Karl Schneider auf der diesjährigen Versammlung der Wollbacher Jagdgenossen. "Viele Auswärtige sind hier mit Steckelich und Rädern unterwegs", fügte er hinzu. Dies zeige, die vorhandenen Wege werden sehr gut angenommen, nicht zuletzt, weil sie in einem guten Zustand sind. Dafür haben die Wollbacher Jagdgenossen auch einiges getan.

"Traktor leihen"

In den vergangenen Monaten wurden mehrere Wege instandgesetzt und mit Schotter aufgefüllt, berichtete Schneider, unter anderem im Pfeifersgrund und entlang der Kirschbaumallee am Wollbacher Sportplatz. Dabei ist die neue Wegebaukombination des gemeindlichen Bauhofs zum Einsatz gekommen, die aus einer Fräse und einem Plattenverdichter besteht. "Sie ist einwandfrei und eine feine Sache", lobte der Jagdvorsteher. Allerdings bedauerte Schneider, dass die Wegebauhilfe jetzt in den Wintermonaten nicht eingesetzt werden kann, da die Bauhoffahrzeuge für den Winterdienst umgerüstet sind. Dabei würde es sich seines Erachtens anbieten, an milden Wintertagen den Wegebau in der Flur fortzusetzen. Als Alternative für die Gemeinde regte Beisitzer Benno Kessler an, einen Traktor beim Maschinenring zu leihen. Die Kosten dafür blieben überschaubar, denn es würden nur die reinen Betriebsstunden verrechnet. Bürgermeister Waldemar Bug und Ortssprecherin Silvia Metz sagten zu, das Thema im Gemeinderat zu besprechen.

Aktion auch in diesem Jahr

Ebenso trug die alljährliche "Ramadama-Aktion Saubere Landschaft" dazu bei, das Bild in der Wollbacher Flur zu verbessern. Dabei sammeln die Jagdgenossen und die Bewohner Wollbachs an einem Tag im Frühjahr den Müll entlang der vorhandenen Straßen und Wege auf. "2018 verlief die Aktion besonders gut", fasste Jagdvorsteher Schneider zusammen. Denn die Jugendfeuerwehr unter Leitung von Feuerwehr-Kommandant Thomas Geis hatte am Aktionstag die Straße nach Premich vorübergehend gesperrt, so dass der Unrat in den Straßengräben hier ohne große Gefahr eingesammelt werden konnte. "Eine Ramadama-Aktion haben wir auch für 2019 wieder geplant", stellte Schneider in Aussicht.

Gute Wege und eine schöne Landschaft bringen nicht nur Vorteile, sondern erzeugen auch unliebsame Nebeneffekte. Auch diese Erfahrung mussten die Wollbacher jetzt machen. "Wir haben ein echtes Hundeproblem, nicht nur mit den Hundehaufen", sagte Jagdpächter Andreas Söder in der Versammlung. Immer wieder beobachte er Gassi-Geher, die ihre Hunde freilaufen lassen. Dabei käme es verstärkt zu Hetzjagden mit Wild und zu Schäden bei Vögeln, die in den Wiesen brüten. Söder habe die, meist nicht aus dem Markt Burkardroth stammenden, Betroffenen darauf angesprochen, doch die würden immer wieder darauf verweisen, dass es im Markt Burkardroth keine Leinenpflicht gibt. Deshalb schlug Söder vor, eine solche zu verhängen.

Bürgermeister Waldemar Bug erklärte daraufhin, dass ihm die leidigen Probleme mit den Hunden bekannt seien. Die einheimischen Hundebesitzer hätten kürzlich Marken erhalten, um ihre Vierbeiner entsprechend zu kennzeichnen. Er werde den Hinweis zur Leinenpflicht als Thema in den Gemeinderat mitnehmen. Den Wollbacher Jagdgenossen sprach Bug ein großes Lob aus: "Hier läuft es ganz hervorragend." Er dankte Jagdvorsteher Karl Schneider und seinem Vorstand für die geleistete Arbeit und gab abschließend Informationen zum gemeindlichen Projekt Sturzfluten-Risikomanagement, von dem auch die Wollbacher Jagdgenossen betroffen sind. Schließlich sollen in den kommenden Jahren vermehrt Rückhalteeinrichtungen gebaut werden, um das Regenwasser in der Flur zu halten. "Die Mitarbeiter einer Fachfirma aus Koblenz sind jetzt im Winter unterwegs, um Aufnahmen in zu machen", sagte Bug.

Vorstand wiedergewählt

Schließlich gab es in der Versammlung auch noch einen Grund zum Feiern: Karl Schneider und sein Vorstand wurden von den anwesenden 21 Jagdgenossen mit 100 Prozent der Stimmen wiedergewählt. "Ich bedanke mich fürs Vertrauen und das gute Miteinander", sagte der alte und neue Jagdvorsteher nach der Wahl. Zwar gab es einen Wechsel bei den Beisitzern, der sich aber nicht großartig auswirken wird. Nach 30 Jahren aktiver Mitarbeit im Vorstand der Jagdgenossen verabschiedete sich Michael Rottenberger. Für ihn rückt Sohn Thomas nach. Ortssprecherin Silvia Metz gehörte zu den ersten Gratulanten des neuen Vorstands. Auch sie lobte die gute Arbeit der Jagdgenossen. "Ich bin ganz stolz, wenn ich im Gemeinderat höre, wie gut es in Wollbach läuft", fügte sie hinzu.