Modeschöpferin Nora Troudi übernimmt an diesem Nachmittag selbst die Moderation der Modenschau und kündigt zum Schluss Model Maria Fructuoso an, die in einem Kleid aus ihrer dominikanischen Heimat karibisches Flair versprüht. "Ein echter Hingucker", kommentiert Nora. Etwa eine halbe Stunde lang präsentieren drei Models mit Migrationshintergrund dem Bad Kissinger Publikum individuelle Kleider aus der Werkstatt des Modeateliers Nora. Die Veranstaltung geht vom Integrationsbeirat der Stadt aus, Ana Maria Benevides Werner von dieser städtischen Einrichtung hat sich selbstverständlich unter die Anwesenden gemischt und verfolgt das Schaulaufen, hält es auf ihrer Digitalkamera fest. "Ich bin bis jetzt mit der Interkulturellen Woche zufrieden, es wird alles von den Besuchern sehr gut angenommen", weiß sie zu berichten, weil sie bei den meisten Aktionen vor Ort war.
Für die Begegnungsfahrt in die Rhön habe es aufgrund des regen Interesses lange Wartelisten gegeben. "Wir hätten für die Begegnungsfahrt zwei Busse mieten können, aber das wäre dann zu viel geworden", erzählt sie. Aber dann hätte es keine richtige Begegnung mehr zwischen Migranten und Einheimischen gegeben. Getreu dem Motto, dass weniger manchmal eben mehr ist, entschied man sich für einen Bus und die intimere Atmosphäre.
Ebenfalls positiv sehe sie es, dass das Publikum - wie auch jetzt bei der Modenschau - stets bunt gemischt sei. "Die Leute sind ins Gespräch gekommen", hat die Brasilianerin beobachtet, und darum ging es ja schließlich. Sie würde es begrüßen, wenn das Programm in den nächsten Jahren erweitert werde. Dafür sei aber die Initiative und das Engagement beispielsweise von Vereinen gefragt. Falls mehr Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche angeboten werden sollen, sei man auf helfende Hände angewiesen.

Es gibt viel Unterstützung


Für die ehrenamtlichen Mitglieder des Integrationsbeirats fallen schon jetzt Unmengen an organisatorischer Arbeit an. Benevides Werner bedankt sie sich bei den Kooperationspartnern: "Wir erhalten hier in Bad Kissingen sehr viel Unterstützung, etwa von der Stadt oder den Geschäften". Dass so viele Leute mitanpacken, lobt sie als "eine große Sache".
Veranstalterin Nora Troudi lebt seit 20 Jahren in Bad Kissingen und feierte in diesem Jahr ein zehnjähriges Geschäftsjubiläum. Die gebürtige Tunesierin hat sich schon bei der ersten "Interkulturellen Woche" im Jahr 2010 engagiert. Das sei für sie eine Selbstverständlichkeit, betont sie: "Ich unterstütze gerne, wenn jemand Hilfe braucht. Ob das Deutsche oder Ausländer sind, ist egal". Deshalb richte sie die "Internationale Modenschau" für den Integrationsbeirat in ihrem Atelier in der Unteren Marktstraße aus. Außerdem plane sie bereits ein weiteres Projekt. Wie sie sagte, will sie demnächst eine Aktion zugunsten des alten Reiterstegs am Hallenbad veranstalten. "Dass der Steg abgerissen werden soll, finde ich nicht gut. Das ist ein Teil von Bad Kissingen", sagt die Modedesignerin.