Schattenplätze waren am sonnigen Sonntagnachmittag im Hof von Schloss Aschach gefragt, als Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel den diesjährigen Kulturempfang des Bezirks Unterfranken eröffnete. Das Motto des Kulturempfangs lautete "Tracht und Mundart" - erkennbar an der farbenfrohen und typischen Kleidung zahlreicher Gäste und den Liedbeiträgen von Siggi Juhasz, die er mit viel Lokalkolorit aus dem Werntal vortrug.

Über 220 Gäste aus ganz Unterfranken folgten der Einladung des Regierungsbezirks, darunter auch die Nachkommen aus dem Geschlecht von Luxburg. Das Schloss, im 12. Jahrhundert durch die Grafen von Henneberg errichtet, später Verwaltungssitz der Würzburger Fürstbischöfe, diente seit 1874 als Sommerresidenz der Grafen von Luxburg. Im Jahr 1955 schenkte Karl Graf von Luxburg das Schloss mit den wertvollen Sammlungen dem Regierungsbezirk, und deshalb ging ein besonderer Willkommensgruß an Dr. Joachim Graf von Luxburg, seine Enkelin Maike Gräfin von Luxburg sowie Harro Graf von Luxburg und dessen Gattin Brigitte Gräfin von Luxburg, die aus Tübingen bzw. Tutzing am Starnberger See angereist waren.

Darüber hinaus begrüßte Erwin Dotzel zahlreiche Gäste aus dem kommunalen, dem politischen, dem kommunalen und dem kirchlichen Bereich sowie ausgezeichnete Würdenträger und nicht zuletzt die Repräsentanten der Vereine bzw. Verbände, die sich der Pflege von Tracht und Mundart verschrieben haben. Diesem Willkommen "im schönsten Kleinod des Landkreises", schloss sich Emil Müller als stellvertretender Landrat an und bedankte sich dafür, dass das Schloss dem Bezirk "lieb und teuer" sei, und dass es zum wiederholten Male für den Austausch zwischen den Kulturschaffenden ausgewählt worden sei. Horst Krapf, Marktgemeinderat des Marktes Bad Bocklet, schloss sich seinem Vorredner an und betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk auf vielen Ebenen. Besonders freue er sich auf die Eröffnung des Schlosses nach der umfassenden Renovierung und auf das neue pädagogische Konzept.

Festvortrag

Zum elften Mal veranstalte man den Kulturempfang, so Erwin Dotzel, und "da darf man schon von einer Tradition sprechen". In seinem Festvortrag gab es einen Abriss durch die unterfränkische Kulturlandschaft mit ihren Institutionen und Protagonisten, zog Parallelen zum "Dialektpreis Bayern", der kürzlich von Finanz- und Heimatminister Albert Füracker verliehen wurde.

"Tracht und Mundart" seien ein Kulturgut, das eine starke Heimatbindung zum Ausdruck bringe, regionale Besonderheiten widerspiegele - und nicht umsonst stehe auf der Einladungskarte für offizielle Empfänge: "Smoking, dunkler Anzug, Tracht." Umfassend stellte der Bezirkstagspräsident dar, auf welche Art und Weise der Bezirk Unterfranken die Trachtenpflege unterstützt. Seminarangebote, Zusammenarbeit mit den Vereinen oder die Präsentation neuer Trachten waren nur einige Beispiele. Unterfränkische Dialekte bewahren und weitergeben sei Aufgabe verschiedener Einrichtungen wie dem das "Unterfränkischen Dialektinstitut". Auch das geplante "Haus des Dialekts" in Büchold soll als lebendige Begegnungsstätte entstehen, wo eine umfangreiche Sammlung an Bild-, Film- und Tonmaterial archiviert werde. Tracht und Dialekt - so Dotzel - sorgen für eine Identität und bringen zum Ausdruck: "Hier bin ich zu Hause."

Der unterfränkische Kulturempfang soll jene Persönlichkeiten miteinander ins Gespräch bringen, die sich der Kultur verschrieben haben und sei ein Dankeschön an die Kulturschaffenden, die wiederum für qualitativ hochwertige Projekte stehen. Hier greife die unterfränkische Kulturstiftung, die zur Zeit über 210 Millionen Euro Stiftungskapital verfüge, aber mit sinkenden Renditen zu kämpfen hat. Waren es einst über 10 Millionen Euro, sind es aktuell nur 8 Millionen Euro als Ertrag. Kreativität sei also bei der Kulturarbeit gefragt, meinte der Bezirkstagspräsident.