Sechs prächtige Kirchen, ebenso viele Orgeln und neun namhafte Interpreten aus der Region sowie dem In- und Ausland - eines der größten Musikereignisse der Rhön steht in den Startlöchern. Von Sonntag, 30. Juni, bis Sonntag, 21. Juli, lockt der 9. Rhöner Orgelsommer mit sechs Konzerten, teilt der Veranstalter, das Regionalzentrum für Kirchenmusik Bad Kissingen, mit.

Die Orgel ist eines der ältesten und beeindruckendsten Instrumente des Abendlandes. Seit über 2000 Jahren fasziniert sie mit dem sanften Schmelz ihrer zarten Klänge und der satten Wucht ihrer vollen Stimme Zuhörer auf der ganzen Welt. 2017 erhielt sie eine überaus große Wertschätzung, wurde doch der Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Auch die Rhön verfügt über einen wertvollen Orgelschatz, den es zu entdecken und zu pflegen lohnt. Der nunmehr 9. Rhöner-Orgelsommer tut dies mit leidenschaftlicher Hingabe. Und das bei freiem Eintritt - Spenden sind jedoch zur Kostendeckung notwendig und deshalb sehr willkommen, so der Veranstalter.

Zum Auftakt am Sonntag, 30. Juni, um 17 Uhr, ertönt die frisch renovierte Orgel von 1890 in der Kreuzkapelle in Machtilshausen. Christine Leipold, Solo-Oboistin der Meininger Hofkapelle, wird dabei mit dem Festivalleiter hochvirtuose und meditative Werke für Oboe und Orgel von Bach bis Fauré zu Gehör bringen. Die Orgel der sehr beliebten und stimmungsvollen Kreuzkapelle wurde letztes Jahr mit erheblichem Aufwand aus dem Dornröschenschlaf geweckt. "Wir wollen diese Großtat mit einem festlichen Eröffnungsfest wurdigen", erklärt Regionalkantor Peter Rottmann, Organist und Initiator der Veranstaltungsreihe.

International wird es dann am Freitag, 5. Juli, um 19 Uhr, in der katholischen Stadtkirche St. Kilian in Mellrichstadt. Über 2000 Kilometer hätte der Moskauer Meistercellist Kirill Variash anreisen müssen, um zum Sommernachtstraumkonzert nach Mellrichstadt zu kommen, wäre er nicht gerade mit seinem Kompagnon, dem Schweizer Organisten Simon Nádasi auf Deutschlandtournee. Beide Ausnahmemusiker sorgen in ihren Konzerten mit ihren Darbietungen für offene Münder und berührte Herzen.

Das "Ave Maria" der Rhön

Die Opernsängerin Radka Loudova-Remmler und der Festivalgründer tragen am Sonntag, 7. Juli, um 17 Uhr die Vielfalt des Marienlobes in die Rhön. In der wunderbaren Fladunger Stadtpfarrkirche St. Kilian werden Werke von Händel bis Verdi zu hören sein. Natürlich ist auch einer der Klassiker, das Ave Maria von Schubert dabei. Von Fladungen aus reist der Rhöner Orgelsommer am Sonntag, 14. Juli, um 17 Uhr, nach Münnerstadt. Dort lädt der Orgelsommer zu einem heiteren Konzert für Orgel und Querflöte ein. Der Chef der diözesanen Kirchenmusik, Gregor Frede, wird die berühmte Klais-Orgel der Stadtpfarrkirche mit leicht zu hörenden Solowerken aus Barock und Romantik bespielen und die Querflötistin Claudia Wallny begleiten.

Einer der wichtigsten Orgelkomponisten Frankreichs, Charles Marie Widor, steht im Mittelpunkt des Orgelkonzertes am Freitag, 19. Juli, um 19 Uhr, in der Pfarrkirche St. Andreas in Oberstreu. Der Saarländer Christian von Blohn, Konzertorganist von internationalem Rang wird die imposante Hoffmann & Schindler-Orgel im Kontrast mit Werken von Johann Sebastian Bach in all ihren Schattierungen präsentieren.

Ostheimer Konzert fällt aus

Etwas abseits der Touristenrouten liegt das beschauliche Vorröhndorf Fridritt. In der dortigen Pfarrkirche steht eine der bedeutendsten Barockorgeln Unterfrankens. Auf ihr erklingen im Abschlusskonzert "Die Trompete erschallt" am Sonntag, 21. Juli, um 17 Uhr, Originalwerke aus dem Barock. Der bekannte Bad Neustädter Trompeter Jürgen Weyer wird dabei vom Regionalkantor und Festivalgründer begleitet. Das ursprünglich geplante Konzert am 26. Juli in Ostheim muss aus organisatorischen Gründen ausfallen.