Nur eine halbe Stunde brauchten Bad Bocklets Gemeinderäte am Dienstag für den öffentlichen Teil ihrer Ratssitzung. "Alle Vorgänge waren schlüssig und selbsterklärend", freute sich Geschäftsleiter Thomas Beck anschließend über das Ausbleiben von Diskussionen und die Einstimmigkeit der Ratsbeschlüsse in allen Tagesordnungspunkten.

Erfreut nahmen die Gemeinderäte den zügigen Fortgang beim Neubau des speziell auf die Bedürfnisse von Senioren ausgelegten Wohnparks 55plus im Baugebiet Kleinfeldlein zur Kenntnis, der nach Fertigstellung aller Häuser insgesamt 24 Wohneinheiten umfassen wird. Da die Festsetzungen des Bebauungsplans vom Bauherrn, der Firma Wolf-Haus in Gefäll, eingehalten und die Erschließung des Baugebiets bereits gesichert ist, brauchte das Ratsgremium die ihm von Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) vorgelegte Information lediglich zur Kenntnis zu nehmen.

Einzug ab Herbst 2019

Nach Fertigstellung der ersten beiden, zentral im Baugebiet stehenden Wohnhäuser mit jeweils vier Wohnungen und dem aktuell laufenden Bau von drei Doppelhaushälften beginnt Wolf-Haus jetzt mit den Vorbereitungen zum Bau von zwei weiteren Doppelhäusern. Der Baufortgang richtet sich zwar nach dem Eingang der Vormerkungen von Kaufinteressenten, dennoch ist Vertriebsleiter Frank Stanger überzeugt, den Wohnpark "für sorgenfreies Leben am Saale-Ufer" weiterhin zügig fertigstellen zu können. Auch wenn es für den Abschluss des Bauvorhabens noch kein konkretes Zeitziel gibt, weiß Stanger zumindest, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, dass "die ersten Bewohner im Herbst 2019 einziehen werden".

Lebenshilfe übernimmt Pflege

Einstimmig stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zu, der Lebenshilfe Nüdlingen im laufenden Jahr auch die Pflege von Wegen und Grünflächen in den beiden Friedhöfen Bad Bocklet (2715 Quadratmeter) und Steinach (3170) zusätzlich zu übertragen. Bereits im Vorjahr hatte die Lebenshilfe für ein Jahresbudget von 9150 Euro die Friedhofspflege in Aschach (2435 Quadratmeter) und Großenbrach (1315) übernommen und zur Zufriedenheit der Einwohner und Friedhofsbesucher ausgeführt. Das Gesamtbudget für die Pflege aller vier Friedhöfe ist mit 26 000 Euro veranschlagt.

Würden die Mitarbeiter des eigenen Bauhofes diese Arbeiten ausführen müssen, rechnet die Verwaltung für die Pflege der Gesamtfläche von 9630 Quadratmetern mit Kosten von über 38 000 Euro. Doch nicht nur die Ersparnis der 12 000 Euro war für Bürgermeister Sandwall der Grund, dem Gemeinderat diese Vergabe vorzuschlagen, sondern die damit verbundene Förderung zur Inklusion, also zur Einbindung von Menschen mit Behinderung durch eine für die Gemeinschaft sinnvolle Beschäftigung. Nicht unwichtig für den Gemeinderat war bei seiner Entscheidung natürlich auch, dass die Bauhof-Mitarbeiter ihre durch die Fremdvergabe frei gewordene Arbeitszeit gezielt für andere Tätigkeiten einsetzen können wie den Unterhalt der Spielplätze, die Arbeit in der Deponie und auf dem Grüngutplatz, die bessere Pflege aller übrigen Grünflächen und zur zeitnahen und gemäß Feuerwehrbedarfsplan notwendigen Ertüchtigung der Feuerwehrhäuser.

Neue Feldgeschworene

Wie kaum anders zu erwarten war, wurden auch die beiden Großenbracher Stefan Metz (50) und Johannes Büttner (32) in ihrem neuen Ehrenamt als Feldgeschworene vom Gemeinderat einstimmig bestätigt. Sie waren bereits im November vom Kreis der Großenbracher Siebener gewählt worden. Die offizielle Vereidigung durch Landrat Thomas Bold wird im Rahmen der kommenden Feldgeschworenentagung am Sonntag, 19. Mai, in Albertshausen folgen.