9,5 Millionen umfasst der Haushaltsplan Oerlenbachs. Mit dem Zahlenwerk befasste sich der Haupt- und Finanzausschuss, ehe am Dienstag der Gemeinderat darüber entscheiden wird. Eine größere Summe fließt in den Gewerbepark, dessen Erschließung Oerlenbach und Poppenhausen über einen Zweckverband in Kürze starten. "Vieles ist aus dem letzten Jahr noch zu zahlen, auch wenn die Projekte bereits abgeschlossen sind. Wir müssen noch viel Geld aufbringen, so dass der Etat nur mit einem Kredit von knapp einer Million Euro ausgeglichen werden kann", sagte Bürgermeister Siegfried Erhard.

Der Verwaltungshaushalt (VWH) schließt mit 5,7 Millionen Euro ab. "Da haben wir eigentlich keinen Spielraum; denn hier fließen die laufenden Ausgaben für Verwaltung, Unterhalt von Straßen, Gebäuden und Einrichtungen, Energieversorgung mit einem deutlichen Anstieg bei Strom und Versicherungen ein", sagte Erhard. Ein Thema ist das Bestattungswesen, das bei weitem nicht kostendeckend ist. "Wir sollten unsere Gebühren überdenken, damit künftig mindestens ein Drittel der Aufwendungen über die Einnahmen gedeckt sind", ergänzte Robert Erhard (FWG Rottershausen), Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Klemens Wolf (Bürgerblock Oerlenbach) sagte, dass Friedhöfe Grünanlagen und Begegnungsstätten seien und damit der Allgemeinheit dienten. Kostendeckung sei nicht möglich.

Holzpreisverfall

Beim Wald ergibt sich wieder ein Minus. "Für heuer müssen wir nach Holzpreisverfall mit fast 70 000 Euro an Unterdeckung rechnen", sagte Erhard. Der Vermögensetat umfasst 3,76 Millionen Euro. "Allein über eine halbe Million Euro erwarten wir noch zur Ortsdurchfahrt Oerlenbach", sagte Erhard. Nach Zuführung aus VWH und Entnahme aus der Rücklage seien 923 560 Euro nötig, um den Etat auszugleichen.

Zu drei Punkten hatten Claudia und Reinhard Landgraf (beide Die Überörtliche) Vorschläge. Im Schloss Ebenhausen könnten kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Theater stattfinden. Die Idee könnte über das Leader-Programm gefördert werden. Ein "Schlossverein" könnte konkrete Angebote ausrichten. "Für Unterhalt von Gebäuden haben wir im Haushalt 10 000 Euro geplant", machte Erhard klar. "Unser Ziel ist und bleibt der Verkauf des Schlosses." Klemens Wolf, Robert Erhard und Hubert Schott (FWG Eltingshausen) lehnten Investitionen der Gemeinde in den Komplex ab.

Röhre für Fußgänger

Die zweite Idee bezog sich auf die vom Landkreis geplante Nordumgehung von Eltingshausen mit Unter- oder Überführung im Bereich der Wengert, Radweganbindung und Lärmschutz. Brücken gebe es keine, sagte Erhard. Im Bereich des Wiesenwegs werde eine Röhre für Landwirtschaft, Radfahrer und Fußgänger eingebaut. Auf Höhe der Wengert sei die Straße eingegraben. Hier könnten Fußgänger und Radler die Fahrbahn überqueren.
Weiterhin beantragten die Landgrafs, Geld zum Kauf des Bahnhofs Ebenhausen vorzusehen. Dort könnten Jugend- oder Kulturzentrum entstehen und Zuwendungen aus Leader genutzt werden. Der Bürgermeister erinnerte an die vielfachen Bemühungen, mit den wiederholt wechselnden Eigentümern ins Gespräch zu kommen. "Der aktuelle Besitzer kommt aus Chemnitz. Wir hatten vor wenigen Wochen einen Gesprächstermin vereinbart. Der platzte aus Witterungsgründen. Einen neuen Treff streben wir an", informierte Erhard. Bei Leader gebe es nur Geld zur Förderung von Raumstruktur und Wirtschaft. "Da fallen Schloss und Bahnhof nicht darunter."