Der Investorenwettbewerb um den Berliner Platz in Bad Kissingen polarisiert. Acht Bauträger mit Architekten oder Investoren sollen laut dem im Stadtrat gefassten Beschluss Ideen einbringen, wie sich der Berliner Platz baulich fit für die Zukunft machen lässt. Gewünscht sind laut dem Konzept ein "möglichst großflächiger Einzelhandel" sowie Wohn- und Büroeinheiten. Die Verwaltung der Stadt Bad Kissingen bringt den Wettbewerb derzeit auf den Weg. Wird ein Ergebnis umgesetzt, hat das Folgen für viele Bürger. Durch die Bebauung müsste der Busbahnhof verlegt werden. Allerdings steht noch kein neuer Standort fest. Diesen will die Stadt erst noch in einer Verkehrsentwicklungsplanung festlegen. Bei dem Wettbewerb handelt es sich allerdings nicht um den ersten Versuch, den Berliner Platz umzugestalten.

Schon 2005 gab es einen Wettbewerb der Stadt zur Gestaltung des Berliner Platzes, des Marienplatzes und des Theaterplatzes. 93 Büros haben damals dafür Entwürfe eingereicht. "Die Kosten für den Wettbewerb Berliner Platz einschließlich Theater- und Marienplatz betrugen circa 140 000 Euro", sagt Thomas Hack, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Bad Kissingen. Zahlen musste die Stadt jedoch nicht alles: "Die Förderung betrug circa 73 000 Euro."

Gewonnen hat den Wettbewerb damals das Architekturbüro Eck-Fehmi-Zett mit dem Entwurf des Landschaftsarchitekten Hermann Brenner aus Landshut. Die Stadt entwickelte das Konzept gemeinsam mit den Planern weiter. Aber: "Es gab nie eine fertige Planung", teilt Hack mit. Dem gegenüber stehen Einschätzungen von Fachleuten, die das 2005 entwickelte Konzept für umsetzungsbereit halten. Die Verwaltung stellte das Projekt damals vor dem Hintergrund des städtischen Haushalts zurück.

Wie weit das Konzept gediehen war, zeigt der Blick in die Entwürfe des Architekturbüros. Einer der Hauptaspekte war, den Busbahnhof in zwei Bereiche zu gliedern. Entlang der Münchner Straße befindet sich in den Plänen innenstadtnah ein Bereich für Stadtbusse. Am Berliner Platz sollte das Zentrum für den überörtlichen Öffentlichen-Personen-Nahverkehr liegen. Das ist auch momentan der Fall.

Moderne Wartehäuschen aus Stahl mit einer Lattung aus Douglasie sollten den Buspendlern als Aufenthaltsmöglichkeit dienen. Um die Wartenden mit Snacks zu versorgen, war ein Kiosk mit mehreren Verkaufstheken angedacht. Beide Theken sollten ein Vordach haben, um die Kunden vor Regen oder Schnee zu schützen. Vorgesehen waren zudem Toiletten, ein Technikraum und Sitzbänke. Durch den Baustil und die verwendeten Materialien wie Beton, sollte eine moderne Optik geschaffen werden. Sitzkanten, Pflanztröge und Bäume bereichern das Areal bis hin zur "Oberen Marktstraße". "Die fließenden Übergänge zu den bestehenden Fußgängerzonen und die gute Erreichbarkeit der Busse war uns wichtig", heißt es seitens des Architekturbüros.

Mitinvolviert war damals Wolfgang Russ. Er arbeitete damals als Stadtplaner bei der Stadt Bad Kissingen. 2015 ging er in den Ruhestand. Zu den Entwürfen des Wettbewerbssiegers aus dem Jahr 2005 hat er eine klare Meinung. "Es wäre eine gute Lösung gewesen", sagt Russ.