Das erste, was Heidrun Klose macht, bevor sie die Endoskopie-Abteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses betritt: Sie desinfiziert ihre Hände. Und das wird sie heute noch mehrfach tun. Unangemeldet ist sie zur Kontrolle gekommen, denn Heidrun Klose ist Hygiene-Fachkraft. Zuständig dafür, dass Erreger und Keime keine Chance haben.

Heidrun Klose hat eine umfangreiche Ausbildung hinter sich. Drei Jahre erlernte sie den Beruf der Krankenschwester, fünf Jahre arbeitete sie auf der Intensivstation, sie kennt die Arbeit im OP-Saal. Es ist durchaus erwünscht, dass künftige Hygienefachkräfte viele Bereiche einer Klinik absolviert haben, bevor die zweijährige Zusatzausbildung beginnt.

Gerade hat Heidrun Klose einen der Untersuchungsräume der Endoskopie-Abteilung betreten. Sie schaut sich um, ob irgendetwas daliegt, was nicht hingehört, blickt in Schränke und Schubladen, überprüft die Haltbarkeitsdaten der Medikamente. Sie nimmt eine kleine Flasche mit Röntgen-Kontrastmittel in die Hand: "Haltbar bis 2015 - alles ok."


Umfangreiche Zusatzausbildung

1650 Stunden hat Heidrun Kloses Ausbildung zur Hygiene-Fachkraft gedauert - die zahlreichen Fortbildungen nicht mitgerechnet. Sie hat viel lernen müssen, angefangen vom Wissen um die Wirkung von Keimen und Erregern bis hin zur technischen Wasserhygiene. "Mein Alltag ist absolut vielfältig", sagt sie.

Zum Beispiel in der Endoskopie. Bei der Untersuchung mit dem Endoskop, etwa bei einer Darmspiegelung, muss es mikrobiologisch einwandfrei zugehen. So müssen die Mitarbeiter die Geräte nach jedem Einsatz akribisch reinigen. In einer speziellen Waschmaschine werden die Endoskope mit Chemie und Hitze behandelt, auch die einzelnen Kanäle. An den Wänden hängen die entsprechenden Hinweise.


Unangemeldete Kontrollen

Etwa im Vier-Monats-Rhythmus erscheint Heidrun Klose in der Endoskopie zur Qualitätskontrolle - unangemeldet. Gerade greift sich die Hygiene-Fachkraft ein Endoskop - nicht ohne vorher erneut ihre Hände desinfiziert und sterile Handschuhe übergestreift zu haben. Abteilungsleiterin Bettina Braun assistiert und spritzt ein Nährmedium in die Kanäle des Endoskops. Die Flüssigkeit landet in einem sterilen Glas, um im Labor untersucht zu werden. Dann wird sich zeigen, ob die Endoskope ordentlich gereinigt wurden.

"Es kann sein, dass man einmal einen Keim findet", sagt Heidrun Klose. Aber noch nie waren krankmachende Keime dabei. "In den letzten Jahren hat sich im St. Elisabeth-Krankenhaus niemand einen gefährlichen Erreger eingefangen", versichert sie.

Nicht nur Heidrun Klose ist verantwortlich dafür, dass die Hygiene im Elisabeth-Krankenhaus stimmt: "Es ist wichtig, dass jeder Mitarbeiter mitmacht."


Großes Aufgaben-Spektrum

Langeweile kennt Heidrun Klose nicht. Die Kontrolle der Endoskopie ist nur ein kleiner Teil ihres Aufgaben-Spektrums. Bei ihren Begehungen erreicht sie jeden Raum, sie kennt jeden Schrank, jede Schublade, jedes medizinische Gerät, und wenn das ganze Haus durchlaufen ist, beginnen die Kontrollen aufs Neue. Alles wird protokolliert, damit ihre Arbeit und die hygienischen Zustände im Krankenhaus jederzeit nachvollziehbar sind. "Denn auch wir werden geprüft, durch das Gesundheitsamt." Hygiene-Kontrolle im Krankenhaus ist überaus vielfältig und ein "engmaschiges Netz", sagt Heidrun Klose.

Auch besucher sind gefordert


Auch die Besucher von Krankenhäusern sind in Sachen Hygiene gefordert. Sie sollten ausgiebig die Desinfektionsspender benutzen, die auf allen Krankenhausfluren hängen, um keine Keime einzuschleppen.