"Es war einmal, vor ungefähr achtzig Jahren, da lebte ein kleiner Junge in Langenleiten. Natürlich war er einer unter vielen kleinen Jungen, aber seine Lebensgeschichte sollte doch eine ganz andere und für Langenleiten eine ganz besondere werden, als die der meisten Kinder in Langenleiten." So beginnt Brigitte Schmidt ihre neueste Geschichte. Doch diese Geschichte hat sie nicht etwa für ein neues Buch sondern für das aktuelle Ereignis in Langenleiten geschrieben.
Diese Geschichte ist eine wahre Geschichte, eine "unglaublich wahre Geschichte", sagte Schmidt und verkündete im voll besetzten Sportheim mit Klaus Metz, Edwin Schäfer, Jürgen Böhnlein, Rosa Strauß-Carl und Gerhard Strauß dass dieser "kleine Junge" Langenleiten ein Geschenk von einer Million Euro machte.
Die Freude der Langenleitner über diese Stiftung, zeigte sich zunächst in Sprachlosigkeit. Spontanen Applaus gab es als Brigitte Schmidt mit ihrer Geschichte fortfuhr: "Als der heutige Stifter vier Jahre alt war, zog er mit seiner Mutter ins Schwäbische." Jahre später gründete er eine eigene Familie und ein erfolgreiches Unternehmen, die Schmitt-Kreiselpumpen, ein Unternehmen, dass heute noch international erfolgreich tätig sei.
Helmut Schmitt, so der Name des Jungen aus Langenleiten, hatte trotz seines Erfolgs, seine ersten glücklichen Kindheitsjahre nie vergessen. "Immer wieder musste er an die Rhön denken, an den heiligen Berg der Franken und an die wirklich einzigartige, herrliche Natur rund um den Feuerberg. Er begab sich auf die Suche nach Verwandten in Langenleiten und wurde fündig. Mittlerweile waren viele Jahrzehnte eines emsigen Arbeitslebens vergangenen und er fand endlich Zeit, um mit seiner Frau seine Verwandten in Langenleiten zu besuchen.
Er wurde nicht enttäuscht. Nicht nur die Natur war unverändert schön geblieben, auch die Langenleitner hatten nichts von ihrem Charme verloren. Und so entschlossen sich Schmitt und seine Frau, den Bewohnern dieses Rhöndorfs mit größeren Summen Geldes unter die Arme zu greifen. Sie spendeten der Kirchengemeinde und trugen zur Errichtung des Kinderspielplatzes bei.
Damit nicht genug. Als das Ehepaar erfuhr, dass es hier in Langenleiten an einem Begegnungsort, einem Haus für alle Generationen fehlt, entschlossen sich die beiden, noch einmal sehr tief in die Taschen zu greifen. "Jetzt kann endlich das wahr werden, an das wir alle schon nicht mehr geglaubt haben. Familie Schmitt spendete in Form einer Stiftung die runde Summe von einer Million Euro für den Erbau eines Hauses für uns alle", soweit Brigitte Schmidt.


Stiftung ist gegründet

Acht Monate dauerte es, bis der Stiftungsvorstand und Stiftungsrat, bestehend aus den oben genannten Personen, die Satzung mit allen in Frage kommenden Institutionen erarbeitet hatte. Während dieser Phase stand ihnen Bürgermeisterin Sonja Reubelt bei allen rechtlichen Belangen hilfreich zur Seite. "Die Stiftung ist gegründet, die Satzung genehmigt, das Geld uns anvertraut", fasste Brigitte Schmidt die monatelange Arbeit zusammen.Die ersten Pläne, wie das Geld nun verwendet werden soll, haben die sechs Verantwortlichen gemeinsam mit Bürgermeisterin Reubelt und Bauplaner Rudolf Glinka bereits angestellt. Die alte Schule und das Wohngebäude sollen abgerissen, ein Neubau mit großem Veranstaltungssaal und Außengelände für Feste erstellt werden.
Klaus Metz stellte die Idee näher vor. Es soll ein Haus werden, das in die Rhön passe, mit viel Holz und großen offenen Glasflächen, die einen freien Blick in die Natur ermöglichen. Der Saal soll, so auch der Wunsch des Stifters, allen Bürgern aus Langenleiten zugänglich sein, natürlich ebenerdig und behindertengerecht ausgestattet. Auch für die Jugend werde es Räumlichkeiten mit separaten Eingang und sanitären Anlagen geben.
Natürlich sei auch eine Küche für das Gebäude vorgesehen, um bei örtlichen Veranstaltungen eine Bewirtung zu ermöglichen.
Von der Stiftungssumme können 700 000 Euro für den Bau verwendet werden, 300 000 Euro seien Kapital, das nicht angetastet werde. Ziel der Verantwortlichen sei es nun, weitere Sponsoren und Fördermittel für den Bau des Dorfgemeinschaftshauses zu gewinnen. Sonja Reubelt versicherte, dass die Gemeinde Sandberg den Abriss des alten Gebäudes und die Gestaltung der Außenanlage übernehmen werde. Natürlich soll die Umsetzung der Pläne nun so schnell wie möglich erfolgen. "Tja, das Leben schreibt eben manchmal unglaubliche, wahre Geschichten", endete die Geschichte von Brigitte Schmidt.