Breiten Raum nahmen die Festlegungen zum Baugebiet "Neuländer Weg" in der Ratssitzung ein, die zahlreiche Besucher anlockte. Zum Projekt legte Planer Matthias Kirchner einen Vorschlag in abgeänderter Form auf. Vier, schon in früheren Sitzungen ausgiebig diskutierte Punkte, lagen den Ratsgremium zur Entscheidung vor.

Zuvorderst war dies die Verkehrsanbindung des Neubau-Areals über den "Fasanenweg", die möglich ist, aber einige Kostenfaktoren aufweist. Für die 75 Meter messende Anbindungsstraße muss der Markt satte 75 000 Euro Mehrkosten einkalkulieren. Zudem entfallen einige Bauplätze. Ist die Anbindung dies wert? Sieben Räte - und damit die Mehrheit - stimmten dafür.

Rückhaltebecken

Der zweite Punkt betraf einen realisierbaren Standort für ein Regen-Rückhaltebecken, das 600 Kubikmeter Oberflächenwasser aufnehmen soll. Nebst aller notwendigen Nebenflächen benötigt Kirchner dafür rund 2500 Quadratmeter. Wieder einmal meldete Elmar Hofmann seine Zweifel an den Aussagen des Ingenieurs an und forderte die Gesetzestexte und "Experten vor Ort". Einen möglichen Standort verhindern private Flächen, die nicht verkauft werden, so Schießer auf Anfrage von Gisela Bergel. Michael Röders Anfrage nach einer Umzäunung, verneinte Kirchner, der Details zu den grob konzipierten Standorten für die Regenrückhalteanlagen darlegte. Für die vorläufige Planung entschieden sich sechs Mandatsträger, vier dagegen.

Zur Verkehrsführung an der Zufahrt "Wildfuhr" müssen Grundstücksgrenzen - unter anderem am Spielplatz - geändert werden. Dies fand ebenfalls die Mehrheit des Rats. Doch ergab sich eine weitere Frage. Soll der Markt den Spielplatz als solchen weiter nutzen oder in einen Bauplatz umwandeln? Erneut meldete sich Rätin Bergel zu Wort die empfahl den Spielplatz nicht nur für Kinder, sondern für Senioren und die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Wie Kirchner bereits vorschlug, sprach sich Jochen Huppmann für eine Erschließung des Spielgeländes aus. Über eine definitive Verwendung könne man auch später noch entscheiden, fanden sieben Räte.

Im Anschluss gab der Planer seine Meinung zur Ausschreibung über den Baubeginn im Bauabschnitt "Fußpfad"-Halbäckerweg" preis. Dabei riet er, zunächst den Fußpfad bis zur Ecke Halbäckerweg bis zum nächsten Winter fertigzustellen. Die Restmaßnahme kann dann ohne Druck im Herbst ausgeschrieben werden, um eine "Winter-Baustelle" zu vermeiden. Dem stimmte das Gremium einmütig zu. Für Kirchner eröffnet sich noch ein weiteres Projekt - der "Rüder", die Straße von Wirmsthal zur Deponie. Erneut sind die Bankette beschädigt, Rinnen und Ausspülungen im Asphalt. Schießer will "nicht schon wieder Geld" in das kostenträchtige Straßenstück stecken und plant deshalb "Nägel mit Köpfen zu machen".

Für Kirchner ist die Sache klar. Schwere Fahrzeuge nutzen die nur fünf Meter breite Straße mit den schmalen Banketten. Als Problem erkannte er die Steilstrecke, deren Belag unter den Tonnengewichten leidet. Für die Befestigung der Bankette mit Noppensteinen und die Sanierung der Oberfläche errechnete er 81,40 Euro pro laufenden Meter, in Summe 185 000 Euro. Die Verwaltung soll sich auf die Suche nach Fördermittel begeben, entschied der Rat einstimmig.

Der einzigen Bauvoranfrage, der Errichtung eines Mehrfamilienhauses in der Alten Kissinger Landstraße, gab das Gremium "grünes Licht", einschließlich der notwendigen Befreiungen.

Ohne das neue Rathaus geht's nicht im Marktgemeinderat. Rohbau-Arbeiten, veranschlagt mit rund 5800 Euro, erledigt ein anderes Bau-Unternehmen zum Preis von knapp 9000 Euro. Die Firma Heil hat die Baustelle verlassen. Ein Nachtragsangebot für Dachdichtungsarbeiten lautete über 5500 Euro. Beides winkten die Räte mehrheitlich durch.

Da immer weniger Vereine "Klinken putzen" wollen, beschied das Gremium dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK) eine Spende von 150 Euro zukommen zu lassen. Bei Stimmengleichheit lehnte der Marktgemeinderat einen Antrag von Elmar Hofmann ab, der den Verkauf eines Gemeindegrundstücks im öffentlichen Teil sehen wollte mit der Begründung, dass es eventuell weitere Käufer gebe. Die Bürgermeisterin verwies darauf, dass es sich um ein Rechtsgeschäft handele und der Interessent zu schützen sei.