Sie sind mit 30 bis 35 Jahren noch vergleichsweise jung, haben fast alle kleine Kinder und hängen an ihrem Heimatort: Markus Stockmann, Christian Reusch, Christian Klein und Alexander Porkristl wollen sich das Saaletal daher nicht durch die Stromtrasse kaputt machen lassen. Gemeinsam organisieren sie den Widerstand.

Seit der Veröffentlichung der Trassenpläne Anfang des Jahres beschäftigen sich die vier mit dem Thema zunächst unabhängig voneinander, wie Stockmann erklärt. Klein stellte in Elfers hausen und Langendorf Tafeln mit technischen Details zu der Leitungsstrecke auf. "Dabei haben wir uns alle zufällig getroffen", sagt Stockmann.

Technische Möglichkeiten

Zusammen arbeiten sie nun daran, die Bürgerinitiative "Der Gegenstrom" gegen die Trassenpläne auf die Beine zu stellen. "Das Saaletal ist durch die Erdfunkstelle und die Autobahn schon genug gezeichnet", sagt Porkristl. Und Reusch fügt an, dass Elfershausen den Tourismus vergessen könne, wenn die Masten aufgestellt werden.
Die Gruppe kritisiert die Informationspolitik des Netzbetreibers "TenneT". Stockmann berichtet von Versuchen, mit dem Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Die Termine seien zurückgezogen worden. Daher haben die vier selbst im Internet recherchiert und Informationen zusammengetragen. "Bei den Bürgern gibt es einen Aufklärungsbedarf zu den technischen Details", erklärt Klein.

Das notwendige Fachwissen bringen er und sein Mitstreiter Porkristl als Ingenieure mit. Klein studierte sogar Energietechnik. Für ihn ist zum Beispiel die mögliche Ionisierung von Schadstoffpartikeln aus dem Autobahnverkehr ein ernst zu nehmendes Problem. Die Bürgerinitiative will nicht nur "sachlich und überparteilich" informieren, sondern verschiedene technische Möglichkeiten vorstellen, die ihrer Meinung nach bisher unerwähnt bleiben.
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Mehr Mittel für Erforschung von Speichermöglichkeiten

Der Widerstand gegen die Stromtrasse ist aber nur eine Seite der Medaille. Die Bürgerinitiative tritt auch für "eine dezentrale Stromversorgung aus regenerativer Energie" ein, wie es in dem Gründungsaufruf heißt. Stockmann: "Wir müssen uns auch daran gewöhnen, dass es in Elfershausen Windräder gibt." Denn die Gruppe ist überzeugt, dass mit mehr regenerativer Energie in Süddeutschland die Leitungstrasse "SuedLink" entbehrlich würde. Für mehr finanzielle Mittel für die Erforschung von Speichermöglichkeiten für elektrische Energie will sich die Bürgerinitiative ebenfalls einsetzen.

Porkristl erklärt: "Wir sind nicht gegen den Fortschritt." Die Gruppe will von Anfang an den Eindruck vermeiden, es handelt sich um Romantiker, die "bei Kerzenlicht hocken wollen". Sie will vielmehr ihre Heimat dem Netzbetreiber nicht einfach kampflos überlassen.

Daher unterstützt die Bürgerinitiative die offizielle Unterschriftensammlung des Landkreises und der Bürgermeister. Sie verzichtet auf eigene Listen. Dafür soll es aber andere Aktionen geben.