Im Erdgeschoss die Rathauszone für den Publikumsverkehr der Euerdorfer und in den Obergeschossen die Verwaltung. In der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres entstand zusammen mit Planer Sven Vandeven (Büro Lieb und Lieb, Freudenstadt) ein Vorentwurf für den Umbau der drei Häuser Hammelburger Straße 10 bis 14 zum neuen Rathaus.
Das bislang auf knapp über 2,6 Millionen Euro geschätzte Bauprojekt soll insgesamt 860 Quadratmeter Nutzfläche haben. Praktisch gelebte Bürgernähe sei dabei ein wichtiges Ziel, war sich Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU / FWG) mit ihren Räten einig. "Synergien durch Funktionsüberschneidungen sind willkommen", so Schießer. So zum Beispiel seien ein Bürgerbüro, eine Bücherei, das Foyer und ein in der Größe variables Trauzimmer auf einer Gebäudeebene denkbar.


Mit Denkmalschutz abgestimmt

Die drei Gebäude des Rathaus-Ensembles sind einzelne Häuser, die zudem noch wegen des Gefälles der Hammelburger Straße unterschiedliches Etagenniveaus aufweisen. Die architektonische Meisterleistung wird es sein, einerseits im Innern hinter den Fassaden ein harmonisches komplettes Ganzes zu kreieren. Andererseits aber sollte der Charakter der verschiedenen Häuser nach außen erhalten bleiben. Vandeven: "Eine Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde ist schon erfolgt."
Ein begrünter Innenhof soll hinter dem Gebäude-Ensemble die Optik auflockern. Zur heute üblichen Barrierefreiheit bei solchen Projekten trägt der Aufzug bei. Ansonsten sind attraktive Freitreppen die optischen Leckerbissen im Innern. In wie weit sich der neue Sitzungssaal dem Einblick der Öffentlichkeit präsentieren kann, bleibt noch zu diskutieren. Schießer: "Für nichtöffentliche Sitzungen brauchen wir eine Abschottung nach draußen."


Zwei Jahre Bauzeit

Auf ganze zwei Jahre stufte Vandeven den Zeitrahmen für den Rathausumbau ein. Angefangen werde mit dem Abriss der Garagen. Weiter gehe es mit den frei zu legenden Einbauten. Mitte des Jahres 2016 gehe es an die baulichen Substanzen, so Vandevens Vorschau.
Eingeplant ist ein noch nicht vorhandenes Kellergeschoss unter einem Gebäude, das nicht nur Lagerraum bieten soll, sondern auch die Statik unterstützen hilft. Zu früh sei es, jetzt schon über Details wie zum Beispiel die Größe von Teeküchen zu entscheiden, meinte der Planer. "Das Rathaus wird unser Dauerthema sein", stellte Schießer fest. Mit ihrem einhelligen Beschluss für das Bauprojekt Rathaus stellten die Räte eine wichtige Weiche.


Aufträge erteilt

Im Zuge dieser Maßnahme erteilten sie Aufträge für die Fachplanung Brandschutz in Höhe von rund 3000 Euro und für die Fachplanung Energiekonzept in Höhe von rund 4200 Euro an das mindestbietende Architekturbüro Eppler (Heustreu).
Mit 7:2 Stimmen erteilten die Räte ihr Einvernehmen zur Glasfaser-Entsorgung, die das Kommunal-Unternehmen Bad Kissingen beantragte. Im Rahmen der immissionsschutz-rechtlichen Genehmigung für künstliche Mineralfaserabfälle ging es um eine mobile Behandlungsanlage auf der Kreismülldeponie. "Die Glasfaser landet in Big-Packs, die vakuumiert werden", erläuterte Schießer. Wegen des sensiblen Themas halte sie Kontakt zum Landratsamt. Auch unter den Räten gab es eine kontroverse Diskussion.