Ist der Forst an der Kohlenberg-Kapelle ein geeigneter Standort für einen Waldfriedhof? Die Frage hat in den vergangenen Tagen für Unruhe im Ort gesorgt. Die Aufregung schlug bis zu den Gemeinderäten durch.

Diese mussten am Dienstagabend entscheiden, ob sie das Bürgerbegehren gegen einen Waldfriedhof an der Kohlenberg-Kapelle für zulässig halten. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, Daniela Stöth, Romana Heinemann-Kufer und Alfons Kippes, hatten 453 Unterschriften gegen den Standort an der Kapelle gesammelt.

Davon erkannte die Verwaltung 448 Unterschriften als gültig an. Die Zahl überschritt die notwendige Schwelle von zehn Prozent der Stimmberechtigten - 150 Unterschriften - mit großem Abstand. So sprach Bürgermeister Peter Hart (CSU/UWG) von einem "breit aufgestellten" Bürgerbegehren, auch wenn für ihn "manche Gründe zweifelhaft und zu hinterfragen" seien.

Damit sollte der Beschluss über die Zulässigkeit eigentlich reine Formsache sein und schnell über die Bühne gehen. Doch es kam zu einem Schlagabtausch in der Sitzung, die etwa 20 Bürger in den Zuhörerreihen verfolgten. Die Hauptprotagonisten waren Willibald Kippes (CSU), Manfred Öftring (CSU) und Jürgen Wittmer (UWG).

Er möchte das Bürgerbegehren nicht boykottieren, sagte Kippes. Er bezeichnete aber dessen Aussagen als unwahre Behauptungen. Dabei ging es um die Zufahrt zum Kohleberg. Die Versiegelung des Weges war eines der Argumente, mit denen die Initiatoren ihr Bürgerbegehren gegen den Standort begründeten. "Es ist nirgends gesagt, dass asphaltiert werden muss", erklärte Kippes dazu. Er äußerte Bedenken, dass das Bürgerbegehren daher vor Gericht nicht standhalten könnte und verwies dabei auf die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte.

Die Asphaltierung war für Öftring dagegen "keine Lüge". Er zitierte aus einem Zeitungsbericht, der von Asphaltierung sprach, und erwähnte Protokolle, in denen von "Ertüchtigung" die Rede sei. Bürgermeister Hart entgegnete, dass es bei einer Begehung, auf die sich der Zeitungsbericht bezogen habe, nur darum gegangen sei, dass der Weg "ertüchtigt" werden müsse.

Laut Hart gab es lediglich im Zusammenhang mit dem Kernwegekonzept Gespräche, ob der Weg aufgenommen und asphaltiert wird, was letztlich an den Fördervoraussetzungen scheiterte. "Es gab nie mehr im Gemeinderat einen Beschluss, dass der Weg asphaltiert werden muss. Zu keinem Zeitpunkt hätte eine Asphaltierung eine Mehrheit gefunden", sagte Hart.

Es ärgere ihn, wenn Lügen unterstellt würden, erklärte Öftring. Und noch etwas anderes ärgerte ihn: Im Jahr 2016 war der Waldfriedhof am Kohlenberg im Gemeinderat abgelehnt worden. Anfang Januar dieses Jahres kam der Standort noch einmal auf die Tagesordnung und ging diesmal mit knapper Mehrheit durch - was zum Bürgerbegehren führte. Öftring sagte: "Das hat es noch nie gegeben, dass ein Beschluss noch einmal auf die Tagesordnung kommt, obwohl sich nichts geändert hat und nur, weil er einem nicht gefällt."

Jürgen Wittmer (UWG), der sich selbst als Umfaller pro Kohlenberg in der Januar-Abstimmung bezeichnete, entgegnete: "Jeder Beschluss ist änderbar, solange er noch nicht vollzogen ist." Er wolle allerdings keinen Bürgerentscheid, damit sich der Unfrieden im Ort nicht noch mehr hochschaukele.

Doch ob der Gemeinderat dem Ansinnen des Bürgerbegehrens folgt, sodass der Bürgerentscheid obsolet wird, entscheidet das Gremium erst in zwei Wochen. Zunächst einmal erkannte es das Bürgerbegehren mit 9:3 Stimmen als zulässig an. In zwei Wochen befasst sich der Gemeinderat außerdem mit Öftrings Antrag, die Beschlüsse vom Januar aufheben zu lassen.

Sollte der Gemeinderat den Unterstützern des Bürgerbegehrens folgen und den Kohlenberg als Standort ablehnen, bedeutet das nicht, dass das gesamte Vorhaben gestorben ist. "Es wird uns nicht davon abhalten, andere Standorte vorzuschlagen", sagte Hart. Er kündigte an, das in der kommenden Sitzung auch zu machen: "Ich habe mir Gedanken gemacht und habe zwei Vorschläge, die adäquat sind."

Nach der Gemeinderatssitzung sagte Daniela Stöth, dass die Initiatoren des Bürgerbegehrens nicht prinzipiell gegen einen Waldfriedhof seien, nur gegen den Standort am Kohlenberg. Zum Streitpunkt Asphaltierung erklärte sie, dass es die Einschätzung der Initiatoren sei, dass der Weg für das Vorhaben asphaltiert werden müsste.

Romana Heinemann-Kufer bestätigte, dass es Aufregung in Fuchsstadt gegeben habe. Sie sprach von "Diffamierung" der Unterstützer des Bürgerbegehrens.