Hannah Pusch hat einen natürlichen Charme. Und mit gerade mal zwölf Jahren verfügt die Solotänzerin über eine unglaubliche körperliche Kondition. Sie bringt den Mut auf für gewagte Sprünge und Überschläge. Ihre Knochen scheinen aus Gummi zu sein. Atem beraubend landet sie nach einem Sprung, der nahtlos in einen Spagat übergeht.

"Ich freue mich auf meine Auftritte bei der UKG und stehe gern auf der Bühne", verrät Hannah, die jetzt schon im vierten Jahr dabei und als Tanzmarie nicht mehr wegzudenken ist. Trainiert wird sie von Carolin Kötzner und Carolin Weigand, doch nicht in jeder freien Stunde. "Mehr als zwei Mal in der Woche übe ich nicht", erklärt Hannah. Natürlich hält sie sich aber das ganze Jahr über fit.

Carolin Kötzner hat zuvor die Prinzengarde trainiert, und Carolin Weigand betont: "Der Spaßfaktor ist wichtig für die Motivation." Die Belohnung für engagiertes Training kann beispielsweise ein Besuch im Eiscafé oder Schwimmbad sein.

Bei der Prunksitzung nahmen Büttenreden und Sketche lokale Themen ins Visier, wie die Sanierung der alten Schule. Dieses Thema rangierte noch vor der Kommunalwahl. Als Gastvereine konnten Gesellschafts-Präsidentin Sandra Lenhard und Prinzenpaar Daria und Christoph in der gut gefüllten Erthalhalle am Freitag die Narren aus Elfershausen und Hundsbach sowie am Samstag die Gastvereine aus Nüdlingen und Schwärzelbach begrüßen. Als närrische Weinprinzessin hatte Ulrike Lange die Lacher auf ihrer Seite.

Tänzerinnen als Marionetten

Durch die 21 Programmpunkte moderierte Sitzungspräsident Marc Scheller. Für Stimmung sorgt seit vielen Jahren Dieter Nöth mit Keyboard und Gesang. Bis weit nach Mitternacht begeisterten bunte Tänze, Sketche und Büttenreden das Publikum. Zum Schluss setzte der UKG-Showtanz der Prunksitzung die Krone auf. Heuer zogen die Tänzerinnen an den Fäden und ließen die Puppen ("Puppet on a String") tanzen.

Stolz kann die UKG auf den Nachwuchs sein. Schon die 21-köpfige Kindergarde nimmt sich gewissenhaft in die Pflicht und präsentiert ein tolles Maß an Präzision. Als Landfrauen und Kühe zeigten sie heuer in einem improvisierten Stall auf der Bühne ihr Können.

Relativ jung sind auch die Akteure aus der Jugendbütt im Restaurant "Gulasch oriental" oder das Ballett "The next Generation". Für Heiterkeit sorgte der TV-Bachelor. Mitspieler Sandro Koch erklärt: "Für unser Stück brauchten wir nur vier Wochen Übung. Es hat unsere Gemeinschaft gestärkt." Und Cindy Kirchner ergänzt: "Die Idee für unseren Sketch kommt von uns allen zehn, und wir freuen uns, wenn wir mit unseren Gags das Publikum erreichen." Spätestens, als Sandro nach der Aufführung Rosen an die Zuschauer verteilt, gibt es deutlich Sympathiepunkte.

Das Dorfgeschehen kommentierten in bewährter Manier Bettina Hügel, Ruth Neder, Sabine Kuchenbrod und Wilma Schaub. Neu im UKG-Fasching ist die Abordnung der heimischen Dorfkapelle, die mit politischen Liedern in die Bütt stieg. "Es ist zu wünschen, dass die alte Schule noch vor dem Berliner Flughafen fertig wird", lautete die Fürbitte des Klarinettisten Tobias Popp. Freilich darf Sitzungspräsident Marc Scheller nicht in seiner Paraderolle als Hausmeister Hans fehlen.

Der UKG-Faschingsumzug ist für Sonntag, 23. Februar, geplant. Der Männerballett-Kontest findet am Samstag,
8. März, in der Erthalhalle statt.