Durch so manches Fenster des Rathauses pfeift der Wind hinein. Der lange Treppenaufgang ins erste Obergeschoss stellt für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ein Hindernis dar. Ein Umbau und die Sanierung des Gebäudes stehen daher schon lange auf der Wunschliste. Nun sieht die Stadt eine Chance, sich diesen Wunsch auch erfüllen zu können.

Sie will den behindertengerechten Ausbau und die energetische Sanierung des Rathauses für das neue Kommunalinvestitionsprogramm anmelden. In der Stadtratssitzung am Montagabend stellte Architekt Marcus Seifert vor, wie die Anpassung des Gebäudes aussehen könnte.

Sie umfasst fünf bauliche Maßnahmen. Der kostenmäßig "größte Brocken" ist der Abriss des Treppenaufgangs und der Einbau eines neuen Treppenhauses samt Aufzugsanlage. Glastüren sollen den Rathausdurchgang verschließen, um Zugluft auszusperren und eine Art Foyer zu schaffen. Die Sanitäranlagen im ersten Obergeschoss sollen verändert werden, um ein behindertengerechtes WC zu bekommen.


Neue Fenster und Dämmung

Wärmetechnische Verbesserungen soll der Austausch der Fenster mit sich bringen. Außerdem sieht der Umbauvorschlag die Dämmung der Decke im zweiten Obergeschoss vor als Abgrenzung zum nicht ausgebauten Dachgeschoss.

Alles zusammen macht das laut der Schätzung des Architekten rund 1,2 Millionen Euro. Im günstigsten Fall - bei einer Förderquote von 90 Prozent - rechnet die Stadt mit einem Eigenanteil von 350 000 Euro und einem Zuschuss von 860 000 Euro.

"Wir hoffen, dass wir beim Förderprogramm zum Zuge kommen. Nur dann wird der Umbau möglich sein", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Der Stadtrat beschloss zunächst einmal nur, die Sanierung des Rathauses für das Kommunalinvestitionsprogramm anzumelden.

Dem war eine ausführliche nicht-öffentliche Beratung vorausgegangen. "Wir haben lange diskutiert", merkte Christian Fenn (Junge Liste) im öffentlichen Sitzungsteil an. Aufgrund des Zeitdrucks - die Bewerbungsfrist für das Förderprogramm endet am 15. Februar - war eine intensive Vorbesprechung anders nicht möglich, wie Warmuth erklärte.

Einige der nicht-öffentlich diskutierten Umbauvarianten wirkten sich offenbar zum Beispiel verschieden stark auf die Vinothek aus. Bei der jetzigen Lösung muss nur ein Lagerraum getauscht werden. Außerdem hatte die Vorberatung des Rathausumbaus auch das frühere Kaufhaus berührt, das nun der Stadt gehört. Als unmittelbar benachbartes Gebäude, das die Stadt schon teilweise belegt, ist es nun immer mit im Blick.

Allerdings gibt sich die Stadt in der Öffentlichkeit noch zurückhaltend, wenn es um die künftige Nutzung des Kaufhauses geht. Für sie geht die Sanierung des Rathauses vor. Erste Überlegungen zum Kaufhausgebäude gibt es offenbar dennoch schon. Zu den verschiedenen Zukunftsideen gehört zum Beispiel ein Verbindungsgang zwischen Rathaus und Kaufhaus.