Der Zahn der Zeit hat kräftig genagt an der vor gut 45 Jahren errichteten Brücke. Bei der bis dato letzten Prüfung im Jahr 2010 wurden laut Bernd Endres, Abteilungsleiter für Brückenbau, der Autobahndirektion Nordbayern, erhebliche Schäden festgestellt. Diese machten eine Erneuerung unumgänglich. Zudem sei ein Spannstahl verwendet worden, der infolge von Korrosion reißen könnte. "Das spezielle Problem bei diesen Stählen ist, dass das Versagen ohne größeres Ankündigungsverhalten passieren könnte", erläutert der Experte.

Tragfähigkeit wird erhöht

In der Liste zur Priorisierung der bayerischen Autobahnen wurde die Talbrücke Klöffelsberg in die Kategorie 1 eingestuft. "Das sind zur Erneuerung anstehende, kritische Singulär-Bauwerke", erläutert der Abteilungsleiter. Auf Grund der gravierenden Mängel sollen beide Teilbauwerke, auf denen sich die jeweiligen Richtungsfahrbahnen befinden, erneuert werden.

Wegen der gestiegenen Verkehrsbelastung würde eine Instandsetzung nicht reichen. Auch eine Ertüchtigung wäre notwendig, mit entsprechend hohem Aufwand und Kosten. "Die wirtschaftlichste Lösung stellt daher die Erneuerung des Gesamtbauwerks dar", macht Endres deutlich.

Die Gesamtlänge des betroffenen Streckenabschnitts zwischen den Anschlussstellen Hammelburg und Wasserlosen beträgt circa 1,54 Kilometer. Der Brückenneubau erfolgt indes nur auf einer Länge von rund 350 Metern. Die Anzahl der Brückenfelder wird von derzeit zehn aus gestalterischen Gründen auf acht reduziert.
An der bisherigen Trassenführung soll sich nichts ändern. Erhöht wird aber die Tragfähigkeit des Bauwerks, das ursprünglich für die Brückenklasse 60 bemessen worden war. "Für das Ersatzbauwerk wird die gleiche Konstruktionsweise, ein Hohlkastenquerschnitt, gewählt", erläuterte der Abteilungsleiter.

Bauzeit: Dreieinhalb Jahre

Der Baubeginn könnte, abhängig von der Planfeststellung, "vielleicht noch in 2015, jedoch spätestens Anfang 2016" sein. Die Bauzeit beträgt für beide Bauabschnitte etwa dreieinhalb Jahre. Die alte Brücke soll komplett abgerissen werden: zuerst das Teilbauwerk mit der Fahrbahn Richtung Norden, danach die andere Seite.

So kann der Verkehr während der Bauphase weiter über die A7 fließen. Für den ersten Bauabschnitt wird der Verkehr komplett auf die Richtungsfahrbahn Würzburg verlegt, und der neue Überbau auf der Richtungsfahrbahn Fulda gebaut. Anschließend wird der Verkehr auf den neuen Überbau umgelegt und die Richtungsfahrbahn Würzburg erneuert. Lärmschutzmaßnahmen sind lauf Endres nicht erforderlich, die kompletten Baukosten von geschätzten 22,5 Millionen Euro trägt als Baulastträger der Bund.

Die Autobahndirektion Nordbayern hat bei der Regierung von Unterfranken vor wenigen Tagen das Planfeststellungsverfahren für das Projekt beantragt. Neben dem Bauwerk selbst soll die Entwässerung erneuert und ein Absetz- und Regenrückhaltebeckens unterhalb der Brücke errichtet werden.

Die beantragte Baumaßnahme betrifft die Gemarkung Langendorf. Die Planungsunterlagen werden in der Verwaltungsgemeinschaft Elfershausen voraussichtlich ab Anfang März ausgelegt.

Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens ermittelt und prüft die Regierung von Unterfranken alle relevanten privaten und öffentlichen Belange im Rahmen des Anhörungsverfahrens. Neben der Auslegung der Pläne holt die Regierung Stellungnahmen von Fachbehörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange ein und beteiligt die betroffenen Gemeinden.

Die nach Naturschutzrecht anerkannten Vereine sowie sonstige in Umweltangelegenheiten anerkannten Vereinigungen werden durch die öffentliche Auslegung der Pläne beteiligt.

"Privatbetroffene, anerkannte Vereinigungen und sonstige Träger subjektiver Rechte können ihre Einwendungen nur innerhalb der in der jeweiligen ortsüblichen Bekanntmachung gesetzten Frist erheben", heißt es in der Pressemitteilung der Regierung zum Planfeststellungsverfahren weiter.