"Baum fällt" hallt es durch den Wald, die Motorsäge dröhnt, ein Stamm bewegt sich, bleibt dann aber mitten im Fallen hängen. "Die kriegen keinen Schwung, deshalb fallen sie nicht", sagt Alfons Löser genervt. Der Forstwirt der Gemündener Firma "Für Ihre Bäume" muss mehrfach nachsägen, bevor der hängende Baum endlich auf der Straße liegt. "So sieht ein Wald aus, wenn jahrzehntelang nichts drin gemacht wurde", kommentiert Revierförster Rainer Bräunig die Situation. Oberhalb der Verbindungsstraße zwischen Elfershausen und Aura hängen jede Menge Bäume schräg. Um die Gefahren für den Verkehr zu beseitigen, ist die Straße seit gestern für zwei Wochen gesperrt.

Erst Streifen entlang der Straße

"Wir hatten dort immer wieder Probleme", berichtet Bräunig. Nach Stürmen hat öfter mal ein Baum auf der Fahrbahn gelegen. Zum Glück habe es nie Schäden oder sogar verletzte Personen gegeben. Bereits sein Vorgänger habe sich die Maßnahme vorgenommen, nun wollte der Förster nicht mehr länger warten: "Das ist einfach zu gefährlich", sagt der 49-Jährige, und: "Man sieht schon, dass es da manchmal einen richtigen Domino-Effekt gab: Oben kippt einer um und dann reißt er drunter wieder einen um, und der noch einen." Der komplette Bestand an dem Hang sei instabil, weil es zu lange keine Durchforstung gab.

Das wird nun nachgeholt: Am Montag wurde die knapp drei Kilometer lange Straße zwischen Aura und Elfershausen gesperrt. Alfons Löser und seine Kollegen arbeiten nun den Wald in der Gemarkung Elfershausen auf: "Wir machen erst einmal einen rund 30 Meter langen Streifen unten an der Straße", beschreibt Löser das Vorgehen. Dabei gebe es auch die meisten Probleme: "Bäume am Waldrand sind oft einfach störrisch", sagt der Forstwirt.

Wenn alle Bäume liegen, die auf die Straße fallen könnten, könne zum einen das erste Holz aufgearbeitet und abgefahren werden, zum anderen wollen sich die Forstwirte dann den Hang hinauf arbeiten. Revierförster Rainer Bräunig rechnet mit einem Holz-Einschlag von insgesamt bis zu 800 Festmetern. "Wir wollen sehen, dass wir das Holz gleich wegbekommen und auch gleich die Straße sauber machen."

Wenn die Straße schon gesperrt ist, schließt sich die Gemeinde Aura mit einer weiteren Verkehrssicherung an: Ab Dienstag, 4. Februar, werden überhängende Äste auf Auraer Gemarkung gekappt. "Der Gemeinde gehört aber nur ein kleiner Streifen entlang der Straße", betont Bürgermeister Thomas Hack (CSU). Außerdem werde dort alle paar Jahre für Sicherheit gesorgt.