Die 56er sind in Oberthulba ein Begriff. Sie sorgen nicht nur für Geselligkeit und Spaß, sondern widmen seit Jahren viel Freizeit für Ort und Kultur. "In Oberthulba sind wir aufgewachsen, haben hier auch die Schule besucht und halten zueinander", erzählt Albrecht Schmitt aus der Ledergasse. Gemeinsame Kegelabende und geselliges Beisammensein führte diesen Jahrgang immer wieder zusammen. Im Ort feiert man gerne mit dieser Truppe. Ihr "Sechsefufzich" ist bei den Oberthulbaer schon bekannt. Es ist ihr Markenzeichen.

Erstes Projekt: Steinerne Bank

Bei diesen lustigen Treffen, kam im Jahr 1999 der Gedanke: "Wir könnten auch etwas für die Ortsgemeinschaft tun." Es kam der Vorschlag, mit dem Erhalt von Bildstöcken und geschichtlichen Anlagen in den Oberthulbaer Fluren. Günter Hüttl denkt zurück: "Unser erstes Projekt, das wir gemeinsam angegangen haben, war die bekannte ,Steinerne Bank' im Großseufzerholz. Sie war und ist in Oberthulba immer ein Begriff. Es ist eine Stelle an dem man sich im großen Oberthulbaer Wald orientieren kann." Er ergänzt: "Sie war so verwahrlost und wir haben sie wieder brauchbar gemacht, und heute ruht sich bei einem langen Spaziergang mancher Wanderer dort aus."

Das nächste Projekt war der Bildstock des heiligen Urban. Er steht am Oberthulbaer "Wengert" (ehemaligen Weinberg) am Wirtschaftsweg Richtung Feuerthal unterhalb des Kalksandstein-Steinbruches.

Heute ist auf einem Stein der Seitenmauer gemeißelt "56er Rest.2001". Hierzu wissen Günter Hüttl und Albrecht Schmitt, dass der Bildstock, der im Sockel die Schrift "Zu Ehren des H. Urban M.1826.B" aufweist, dass bei einem Unwetter 1906 als der Weinberg (Wengert) abgeschwemmt worden war, auch der Bildstock verschüttet wurde. Nach diesem Unwetter wurde dort der Weinbau aufgegeben.

"Wir haben im Jahr 2001 diesen Bildstock mit dem Altärchen wieder hergerichtet. In den Altarbereich kam eine Sandsteinplatte mit dem Bildnis des Bischofs Urban. Mit dem Dach erhielt das geschichtsträchtige Denkmal auch einen richtigen Wetterschutz."

Im Frühjahr und Herbst

Später wurde auch eine Muttergottesfigur an der Elfershäuser Straße erneuert und der Platz dort angelegt, so dass man auch hier die Stille der Natur genießen kann. Ein weiteres für Oberthulba besonderes Bauwerk ist am unteren Ende der Ledergasse direkt an der Thulba. Es war der frühere Waschplatz mit seinen Waschsteinen. In alter Zeit haben die Oberthulbaer Frauen dort die Wäsche im Bach gewaschen. Nicht nur für die Sanierung und Restaurierung sorgen die 56er immer wieder, sondern sie kümmern sich auch jedes Jahr um das Säubern.

Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, machen sich die Männer mit Scheren, Hacken und Rechen auf den Weg und kümmern sich um die Anlagen. Jetzt war es wieder soweit. Begonnen wurde am Wengert beim Urban-Bildstock. Der Unrat wird ordentlich entsorgt, dafür hat Albrecht Schmitt Schlepper und Wagen dabei, das sind die 56er nicht anders gewohnt. "Natürlich wird, wenn wir fertig sind, auch eine Brotzeit in der örtlichen Wirtschaft gemacht. Früher ist es schon passiert", sagt Hüttl, "dass die Brotzeit etwas länger gedauert, besonders als wir dann am Schluss in Feuerthal eingekehrt sind. Bei manchen war dann schon mal der Sonntag aufgrund der Nachwirkungen verdorben. Deshalb nehmen wir uns den Urban am Feuerthalerweg jetzt am frühen Morgen als erstes vor."