Nach mehreren Jahren Wartezeit haben Freiwillige des Obst- und Gartenbauvereins, des Männergesangvereins, der Untererthaler Musikanten, der Untererthaler Karnevalsgesellschaft und der Krieger- und Soldatenkameradschaft damit begonnen, ihr Vereinshaus zu sanieren. Laut Bernd Hüfner, der die Arbeiten koordiniert, wurden im November erste Zwischenwände abgebrochen. Doch nun wird noch einmal die Geduld der Vereine auf die Probe gestellt.

Denn es ist fraglich, wie es nach dem genehmigten Abbruch weitergehen soll. Das Amt für Ländliche Entwicklung setzt für die Förderung der Sanierung voraus, dass auch der Umgriff um die Alte Schule und insbesondere um die Kirche einbezogen wird. Denn der Belag ist uneben geworden. Die Pflastersteine bilden einen gewellten Untergrund.

Eine neue Gestaltung der Flächen würde die Renovierung der Alten Schule und des Nebengebäude um 200 000 Euro auf dann 483 000 Euro verteuern, wie Stadtbaumeister Detlef Mohr im Stadtrat vorrechnete. Dabei ist offen, wer für die Planung zuständig ist und vor allem wer sich mit welchem Betrag an den Kosten beteiligen muss: Die Fläche an der Kirche ist kein städtischer Grund. Sie gehört zum Gotteshaus und damit der Kirchenstiftung.

Ob die Kirchenstiftung und die Diözese die Ausgaben jedoch übernehmen, konnte Gerhard Beck nicht beantworten. "Das alles ist für uns noch ziemlich frisch", sagte der Kirchenpfleger. Die Kirchenverwaltung habe noch keine Sitzung dazu gehabt. So wie er zeigten sich auch die Stadträte überrascht. Reimar Glückler (CBB) meinte: "Für uns ist das alles neu. Wir wissen im Augenblick nicht, wie wir die Kosten finanzieren sollen. Daher sehe ich mich nicht imstande, eine Entscheidung zu treffen." Die Stadt hatte nur für dieses Jahr 70 000 Euro für die Sanierung der Alten Schule als ihren Anteil in den Haushalt eingestellt.

Nun soll es Gespräche mit dem Amt und der Diözese geben. "Wir wollen, dass die Vereine ihr Haus zügig nutzen können", erklärte Stefan Böhle (CSU), Ortsbeauftragter von Untererthal. Hüfner kündigte auf Nachfrage an, dass die Vereine zu weiteren Eigenleistungen bereit sind. Sie wollen nicht mitten in der Arbeit stehen bleiben, sondern schnell wieder in ihr Gebäude einziehen. Denn im Moment sei ihre Ausrüstung "in alle möglichen Garagen und Scheunen" ausgelagert.