Die Befürwortung mit 9:4 Stimmen für den Solarpark Völkersleier gab es erst nach längerer Diskussion. Die Gemeinde Wartmannsroth sollte die Möglichkeit der finanziellen Beteiligung haben, fügten die Räte ihrem Beschluss hinzu.
So sehr auch alle Räte und Bürgermeister Jürgen Karle für die umweltfreundliche Stromerzeugung durch eine solche Photovoltaik (PV)-Anlage sind, fürchteten manche jedoch eine Signalwirkung für weitere Standorte in anderen Dörfern der Gemeinde. Die Gesellschaft Energiebauern GmbH mit Sitz in Sielenbach (bei Augsburg) hatte den Antrag auf einen Bauleitplan und die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplans für das Sondergebiet "Zweckbestimmung Photovoltaik" gestellt.


Nicht genug Speicherkapazität

"Ich bin gegen eine PV-Planung", sagte Karle. Es fehle an genügend Speicherkapazität für den erzeugten Strom. Sinnvoll sei eine PV-Anlage, wenn sie zum Beispiel den Einrichtungen der Gemeinde nutze - wie zum Beispiel dem Betrieb der Kläranlage. Das Ortsbild von Völkersleier werde verschandelt und wertvolle Ackerfläche dem PV-Projekt geopfert, sagte Lothar Haas (WG Völkersleier).
Dem Senior-Chef des Unternehmens Energiebauern, Sepp Bichler, der extra für diese Sitzung aus seiner Heimat anreiste, wurde Gelegenheit gegeben, vor dem Gemeinderat zu sprechen. "Die Regierung von Bayern befürwortet die erneuerbare Energie, und wir sorgen für ein stabiles Netz mit Stabilität", sagte er. Mehr als 80 PV-Anlagen seien schon durch Energiebauern entstanden, so die Referenzliste.
Geplant seien auch drei Speicherkraftwerke im Freistaat, um Stromreserven zu schaffen. Im Zeitalter von Elektromobilen komme dem elektrischen Strom immer mehr Bedeutung zu.
"Auf jeden Fall ist die Fläche erst einmal weg", stellte Stefan Schottdorf (FWG Waizenbach) fest. Zwischen den Argumenten pro und kontra PV-Anlage befinde er sich auf einer Gratwanderung. Michael Zeller (WG Völkersleier): "Wir sollten die Obergrenze des Strombedarfs erkunden und uns Gedanken über die optische Wirkung machen."
Sebastian Fella (FWG Schwärzelbach) war sich mit Gabriel Vogt (FG Dittlofsroda) einig: "PV ist die Technik der Zukunft und ein Stück Unabhängigkeit bei der Stromversorgung." Von "Fortschritt PV" sprach Marcus Scholz (FWG Schwärzelbach). Für die PV-Anlage war Herbert Aul (WG Windheim), aber nur mit Beteiligung der Gemeinde. Markus Kurz (FWG Dittlofsroda) wollte konkrete Kriterien für PV-Anlagen ins Auge fassen. hgs