Zwar hielt er aus gesundheitlichen Gründen schon seit Monaten keinen Gottesdienst mehr, dennoch hat die Nachricht vom Tod von Pfarrer Karl Theodor Mauer die Pfarreiengemeinschaft "Sankt Michael im Thulbatal" unerwartet erreicht. Schließlich war der Priester durchaus guter Dinge gewesen, wieder zu genesen. Am vergangenen Samstag starb Mauer im Alter von 67 Jahren im Würzburger Juliusspital.

Mehr als die Hälfte seines Lebens war Mauer Pfarrer in Thulba. Dorthin wechselte er im Jahre 1982 als Pfarrverweser, wobei er auch die Filialen Reith, Frankenbrunn und Hetzlos übernahm. Drei Jahre später folgte die Ernennung zum Pfarrer. Mauer habe die Historie von Thulba als eine der ältesten Pfarreien im Landkreis geschätzt, würdigte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) in einer ersten Stellungnahme die Verdienste des Pfarrers. Mauer sei dem historischen Anspruch auf zeitgemäße Weise gerecht geworden.

Schlereth erwähnte auch die gute Zusammenarbeit beim geplanten Kindergarten-Neubau und den Einsatz für die Michaelskapelle, die Mauer offenbar am Herzen lag. Mauer war außerdem 25 Jahre lang Vorsitzender des St.-Elisabethen-Vereins Thulba.

Der Pfarrer stammte aus Bad Königshofen. Dort wurde er am 19. Oktober 1949 geboren. Sein Abitur legte er in Bamberg ab und studierte an der Universität Würzburg Theologie. Während seines Studiums entstand bei ihm der Wunsch in die Mission zu gehen.

Mauer schrieb sich 1975 an einer Hochschule der Franziskaner in Brasilien ein. Von Hamburg aus war er sechs Wochen mit einem Frachtschiff in das Land unterwegs. In Brasilien verfasste er im Fach Missionswissenschaft seine Diplomarbeit "Untersuchungen über Glaube und Sitte der Tirió-Indianer und ihre Christianisierung". Nach der Priesterweihe 1981 war Mauer Kaplan in Großostheim und Würzburg-Heiligkreuz. Dann kam er nach Thulba

Das Requiem für Mauer findet am Freitag, 11. August, um 14 Uhr in der Kirche in Thulba statt. Danach wird er auf dem Friedhof in Frankenbrunn beigesetzt.