Die Attraktivitätsoffensive der Bundeswehr trifft im Laufe des Jahres die Soldaten auf dem Lagerberg. Bis Ende März sollen 1340 Unterkunftszimmer neu eingerichtet sein. Das kündigte Matthias Hümmler beim Empfang von Stadt, Bundeswehr und Dienstleistungszentrum an.

Die moderne Ausstattung umfasst unter anderem Flachbildschirme und Beleuchtung. Die Beschaffung läuft bereits seit 2015. In den kommenden Wochen sollen die Einrichtungsgegenstände geliefert werden.

Hümmler, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums, kündigte noch weitere Baumaßnahmen an. So sollen neue Unterkunftsgebäude errichtet werden. Außerdem soll die Ausbildungswerkstatt in der Kaserne erweitert werden, um sie an neue Anforderungen an den Lehrbetrieb anzupassen. Hümmler nannte eine Summe von 12,5 Millionen Euro, die 2016 in diese und weitere Baumaßnahmen fließen.

Die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber soll auch die neue Arbeitszeitregelung erhöhen, die seit Anfang des Jahres gilt. Sie verschafft nach Jahren der Diskussion der EU-Arbeitszeitrichtlinie auch für Soldaten Geltung. Die neuen Vorgaben bezeichnete Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann als schwerwiegende Veränderung. Jede Überstunde müsse durch eine Freistunde ausgeglichen werden.

Der Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie erklärte: "Das bedeutet, dass wir lieb gewonnene Gewohnheiten überprüfen müssen und auf bestimmt Dinge verzichten müssen." Das werde sich zum Beispiel künftig auf den Tag der Infanterie auswirken.
Sein Stellvertreter, Oberst Axel Grunewald, kündigte Bemühungen an, damit Soldaten das Stadtbild künftig stärker bereichern. Oberst Michael Uhrig dankte als Kommandeur des VN-Ausbildungszentrums allen kurz und bündig für die gute Zusammenarbeit.

Auch Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) zählte verschiedene Baumaßnahmen auf, die anstehen. So will die Stadt den Zugang zum Rathaus behindertengerecht gestalten. Am 1. Februar soll der Stadtrat darüber entscheiden. Der Bau der Brücke in Morlesau könne "in Kürze beginnen". Und im Laufe des Jahres soll die Vermarktung des Neubaugebiets auf dem früheren Gärtnereigelände an der Berliner Straße starten.


Stadtplakette

Wie gewohnt nutzte der Bürgermeister den Neujahrsempfang, um zwei engagierte Bürger auszuzeichnen. Klaus Löser und Dieter Vogler bekamen jeweils die Stadtplakette für kulturelle Verdienste. Löser bekleidet seit 1985 verschiedene Positionen im Vorstand des Musikvereins Ober-/ Untereschenbach. Unter seiner Regie begann im Jahr 1997 die Planung und der Bau des Musikerheims. Er organisierte federführend die Vereinsjubiläen 1988 (Kreismusikfest), 1998 (Jubiläumsfest in Untereschenbach), 2003 und 2008 (Jubiläumsfeste in Obereschenbach).

Löser engagiert sich zudem seit Jahren beim Vereinsring, beim FC Obereschenbach und in der Feuerwehr. Dafür hat Löser bereits verschiedene Vereinsehrungen bekommen.

Vogler ist seit 1988 Mitglied in der Stadtkapelle. Dort übernahm er im Laufe der Zeit verschiedene Aufgaben, darunter auch den Vorsitz. Er betreute Großprojekte wie "40 Jahre Stadtkapelle" und später "50 Jahre Stadtkapelle", verfasste die Vereinschronik und ist Fotograf und Aufnahmeleiter bei Konzerten.

Sein zweiter Schwerpunkt ist die Geschichte der Stadt. So ist Vogle Mitglied im Hammelburger Geschichtskreis und im Förderkreis Stadtmuseum und Denkmalpflege. Er pflegt das "Hammelburger Album" im Internet und gehört zum Organisationsteam für das 1300-jährige Stadtjubiläum.

Neben den vielen Veranstaltungen die anlässlich dieses Jahrestags anstehen, findet vielleicht noch zusätzlich der bayerische Jahresempfang des Deutschen Bundeswehrverbands in Hammelburg statt. Jedenfalls sagte Landesvorsitzender Gerhard Stärk, dass er die Veranstaltung in die Stadt holen will.

Stärk erwähnte die Arbeitszeitrichtlinie als eines der aktuellen Probleme, die den Verband beschäftigen. Es gebe viele Fragen der Soldaten. Und Militärpfarrer Robert Andrzejczyk sprach seine Segenswünsche für die Gäste des Empfangs.