Seit einer Woche gibt es nun ein Parkleitsystem in Hammelburg. Neue Tafeln weisen Autofahrer zu den Parkplätze hin. Zusätzlich dazu werden bald weitere Schilder ausgetauscht. Denn die Zeiten, wann die Stellplätze in der Altstadt gebührenpflichtig sind, sollen verkürzt werden.

Bisher müssen Autofahrer an Wochentagen von 8 bis 19 Uhr und am Samstag von 8 bis 14 Uhr ein Parkticket lösen. Der Zeitraum soll nun auf 9 bis 18 Uhr beziehungsweise 9 bis 12 Uhr verkürzt werden. "Wir passen die gebührenpflichtigen Zeiten an die Geschäftszeiten an", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) im Stadtrat. Er bezeichnete es als Entgegenkommen für die Bürger.

Semmeltaste und Handyticket

Noch am Ende der alten Wahlperiode war die Idee für die Änderung aufgekommen. Die Stadträte überließen damals die Entscheidung aber dem neuen Gremium. Die Fraktionen von CSU, CBB und SPD schlugen jetzt neu 9 Uhr als Anfangszeit vor. Denn die Mehrzahl der Geschäfte mache erst ab 9 Uhr auf. "Es ist sinnvoll, den gebührenpflichtigen Zeitraum zu verändern", meinte Reimar Glückler (CBB). Das sei auch eine Erleichterung für die Anwohner, die ihr Auto in der Innenstadt abstellen dürfen. Sie müssten nicht mehr gleich um 8 Uhr zu ihrem Fahrzeug.

Bei der Gelegenheit kam im Stadtrat wieder einmal die "Semmeltaste" für die ersten zehn Parkminuten ins Spiel. Warmuth erklärte: "Die ,Semmeltaste‘ würde neue Automaten bedeuten." Daher wollte der Bürgermeister abwarten, wie das Gestaltungskonzept für den Viehmarkt ausfällt, da dieses sicherlich auch die Parkordnung betreffen werde. Alexander Stolz (CBB) erinnerte zusätzlich zur "Semmeltaste" an das Angebot für ein System, dass Autofahrern ermöglicht die Parkgebühr mittels Handy zu zahlen. "Es ist gut, wenn alles auf den Tisch kommt", fasste Norbert Schaub (SPD) zusammen.

Gelockerte Überwachung

Daher werden sich die Stadträte nach den Pfingstferien noch einmal umfassend mit der Parkordnung befassen. Die Verkürzung der gebührenpflichtigen Zeit ist damit vertagt. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass - wie sich erst am folgenden Tag herausstellt - aufgrund eines Übermittlungsfehlers alle in der Stadtratssitzung fälschlicherweise davon ausgingen, dass schon Schilder mit falschen Uhrzeiten gedruckt worden waren. Das hätte die Überprüfung und Vergabe eines neuen Druckauftrags bedeutet.

Die Autofahrer müssen sich also bis zur Entscheidung noch etwas gedulden. Es gibt aber längst einen kleinen Trost für sie: Laut Verwaltung wurde bereits im Jahr 2007 in einem Aktenvermerk des Bürgermeisters festgelegt, dass der Verkehrsüberwachungsdienst die gebührenpflichtigen Parkplätze in der Innenstadt nach 18 Uhr nicht mehr kontrollieren soll. Davon ausgenommen ist allerdings die Sonderregelung für die Bewohner. Außerdem kündigte Warmuth an, aus der Verkehrsüberwachung generell "etwas Luft rauszunehmen".