Bürgermeister Karlheinz Kickuth hat das Ringen um die Macht im Rathaus verloren. Seine Amtszeit endet ohnehin am 1. Mai. Doch sorgten die Narren der Karnevalsgesellschaft Blau Weiß für einen "Probelauf", indem sie - hoch überlegen durch die Allianz vieler weiterer närrischer Verbände - den Rathausoberen samt Gemeinderat für die Dauer der fünften Jahreszeit ins Exil schickten.

Der Zug der bunten Truppen, die mit Fackeln, Kanonendonner und Geschrei durch das Tor in den Hof des ehrwürdigen Erthal-Schlosses einfielen, wollte schier keine Ende nehmen. Die Verteidiger unter Kickuths Kommando nahmen sich dagegen als winziges Häuflein aus, das sich im obersten Stockwerk des Nordflügels verschanzte. Von Verteidigung konnte nicht so recht die Rede sein, denn nach ein paar Schüssen aus Konfettikanonen legten sie - verzagt ob der Übermacht und möglicher Brandschatzung des historischen Gebäudes - schnell die Waffen nieder.

Zahlreiche Mitstreiter

Zuvor begrüßte Sitzungspräsident Enrico Langhärig, flankiert vom Vorsitzenden Björn Rasch, die Mitstreiter, die den ganzen Schlosshof füllten. An der Erstürmung des Elfershausener Amtssitzes beteiligten sich neben den heimischen Truppen die Hammelburger Karnevals-Gesellschaft, die "Selbsthilfe" Ebenhausen, die 1. Große Brückenauer Karnevalsgesellschaft , die Faschingsfreunde aus Aura, die Öwerdöllwer Faschingsgemeinschaft, der Faschings-Club Fuchsstadt, die Karnevalisten aus Frankenwinheim und aus Albertshofen, die Grün-Weißen aus Euerdorf und die Untererthaler Karnevals-Gesellschaft.

"Schon zehnmal haben wir an diese Tür gepocht und diese Bagage eingelocht. Lasst erzittern diesen Bau mit einem donnernden Helau". Durch den redegewandten Sitzungspräsidenten kam Bewegung in die Angreifer. Doch gab der Rädelsführer dem Bürgermeister eine Chance zum Rede-Duell, die Kickuth wahrnahm: "Ihr wollt regieren dieses Haus? Da lachen wir euch kräftig aus, Denn bei Schnäpsen, Sekt und Bier, regieren mit euch nur Promille hier", antwortete er keck.

"Jetzt schlägt's 13, das geht zu weit, frech werden, Narren macht euch bereit", schmetterte Langhärig in die johlende Menge. Doch "halten wir noch lange aus, wir haben Bier und Brot im Haus", konterte der Rathauschef. "Pech und Schwefel schleppt herbei, jetzt heizen wir denen kräftig ei", befahl der Sitzungspräsident. Jetzt gaben die Verteidiger klein bei. "Um Himmels Willen keinen Rauch, den können wir hier net gebrauch. Um Gnade bitt ich, ja kein Feuer. Der Wiederaufbau kommt uns zu teuer", bat Kickuth und ließ den Worten "Wir ergeben uns", den überdimensionalen Rathausschlüssel hinab. Das war das Signal für die Blauweißen Garden und Elferräte, das Rathaus zu erstürmen. Zuvor inthronisierten die Blau-Weißen noch ihr neues Prinzenpaar. Stephan I. und Beate I. gaben ihre Würde und das Narrenzepter weiter an ihre Nachfolger, Prinz Ivo I. und Prinzessin Selina I.

Der Session-Orden und Sekt waren der Lohn für die Siegreichen, die den abdankenden Rathausoberen und die Gemeinderäte nebst den Bürgermeister-Kandidaten in Fesseln legte. Den Mitstreitern dankte Langhärig für die erwiesene Solidarität und Unterstützung.

Doch war das nicht das Ende, schon bald gaben sich "Freund und Feind" die Hände. An den wärmenden Feuern im Schlosshof und im Gewölbe-Keller des Rathauses ging die Siegesfeier fröhlich und ausgelassen weiter in Erwartung der nächsten Aktivitäten von Blau Weiß Elfershausen.