Dem "Jahr der Bagger" folgt in Aura erst einmal eine Ruhepause, was nicht Stillstand bedeutet sondern Arbeit hinter den Kulissen. Für 2018 stehen Planungsarbeiten für die Kanalisation der Zehnt und "Am Hahn", die Dorferneuerung und das neue Baugebiet an, die ab 2019 ihre Umsetzung finden, sagte Bürgermeister Thomas Hack beim Neujahrsempfang.
Speziell zum Neubaugebiet "Hopfacker" kamen beim Bürgermeister unterschiedliche Meinungen an, was ihn veranlasste, das Thema zu vertiefen. Die Bevölkerungszahl Auras blieb in den letzten Jahren stabil, "da wir eine attraktive Wohngemeinde sind zwischen den Zentren Bad Kissingen und Hammelburg. Arbeitsplätze in Schweinfurt und Würzburg sind leicht zu erreichen", sagte Hack.
Als Plus für das idyllische Dorf wertete er zudem "eine landschaftlich schöne Lage, ordentliche Straßen und Wege, ein herausragendes, soziales Miteinander und hohen Freizeitwert". Das Naturschwimmbad, der sanierte Kindergarten, Ärzte und Wohnqualität machen nach Hacks Meinung Aura zum beliebten Zuzugsort, wie er mit der Vorstellung von acht Neubürgern im vorigen Jahr belegte.
Junge Menschen sollten die Möglichkeit haben, hier zu bauen und eine Familie zu gründen. Zwar sind im Altort rund 20 Bauplätze vorhanden, die aber in der Masse nicht zur Verfügung stehen. Deshalb sind 26 Baugrundstücke am "Hopfacker" vorgesehen, für die bereits 18 Anfragen vorliegen. "Das neue Baugebiet reicht für die nächsten 15 Jahre aus und bringt der Gemeinde Steuern. Es geht auch darum, dass wir mit einer gewissen Größe überlebensfähig sind", unterstrich der Rathausobere.
Zum Thema Straßenausbaubeiträge meinte er: "Wenn eine entlastende Regelung kommt, finde ich das klasse". Jedoch müsse die Finanzierung bei deren Abschaffung durch den Freistaat gesichert sein. Zudem gehe es bei der Diskussion um Straßenausbaubeiträge, nicht um Wasser- und Kanalkosten. Da keine Rechtsgrundlage für die Neuregelung besteht, bleibt abzuwarten wie die Ausfallsbeiträge zu kompensieren sind. Im Zuge der Herstellungskosten für Wasser- und Kanalarbeiten kündigte er Vorauszahlungen "in erträglichen Grenzen" an.
Mit Blick auf das verflossene Jahr tangierte er die abgeschlossenen Projekte im Ort, in die fast sechs Millionen Euro in den letzten Jahren flossen, wobei er besonders den Anwohner der "Schrenk" für ihr Verständnis und ihre Geduld bei Beeinträchtigungen dankte. Den offiziellen Abschluss will Hack mit einer Feierstunde am 21. Juli begehen. Die Arbeiten ließ er in einer Bilderserie Revue passieren.
Chronist Roland Hofmann, der seine eigene Sichtweise einbrachte, nannte 2017 "ein für Aura gelungenes Jahr". "Die Leidenszeit der Anwohner ist vorbei, die Schrenk erstrahlt im neuen Glanz. Der Wildbach wurde zum noch wilderen Bach mit rollenden Steinen", bemerkte er sarkastisch. Doch "Aura ist Dank der Dorferneuerung schöner geworden und erhielt ein neues Wahrzeichen" - die drei vor der Dorfkirche von Leo Fell aufgestellten Klosterkirchenglocken. Nicht vergessen sei die energetische Sanierung des Kindergartens und der Umzug der Bücherei in das Rathaus.
Die Vereine - denen auch Hack dankte - nähmen der Gemeinde und dem Staat viele Aufgaben ab. "Viele Vereine, viele Feste, viele Helfer", begründete er die Aussage. Sein Bedauern galt einem Qualitätsverlust in Aura, nämlich die Schließung des Dorfladens. Scharf griff Hofmann die Vernichtung der Fluginsekten durch Pestizide (Glyphosat) an, die seit geraumer Zeit Auswirkungen auf die heimische Vogelwelt zeigen. Mit dem Hinweis, dass immer mehr Menschen durch zu viel Essen sterben, ermahnte er: "Wir müssen unseren Lebensstil ändern".
"Heimat hat auch immer mit der Zukunft zu tun", warb er abschließend für ein tolerantes, weltoffenes und lebenswertes Aura.