Das Thema Arbeitssicherheit stand am vergangenen Mittwoch für die Mitarbeiter der Forstbetriebs-Gemeinschaft (FBG) Rhön-Saale im Vordergrund. Während der sogenannten Holzaushaltung, das sind Arbeiten zur Einordnung der Baumstämme in die verschiedenen Güteklassen, gab es für die Waldarbeiter die jährliche Schulung in puncto Sicherheit. Womit die Beschäftigten nicht rechneten, das war der simulierte Arbeitsunfall, der übungshalber samt Rettungsaktion im Wald stattfand.

"Es wäre doch langweilig für die Kollegen, alleine die Bestimmungen für deren Arbeitssicherheit in Erinnerung zu rufen", meinte Revierförster Stefan Blumrich zur Zeitung. Er ist zuständig für die FBG-Bereiche Burkardroth, Sulzthal und Privatwald, während Revierförster Christoph Uffelmann für Oberthulba und Wartmannsroth verantwortlich ist.

Neues Gerät im Einsatz

So war die Unterrichtung vor Ort im Wald das geeignete Forum, ein neues Gerät vorzustellen. Dabei handelt es sich um eine pfiffige Erfindung, die man automatischen Baumfällkeil nennen könnte. Statt des gewöhnlichen Keils, der mit kräftigen Hammerschlägen in die angesägte Kerbe des zu fällenden Baumstamms hineingetrieben wird, kommt dieser automatische Keil zum Einsatz. Das Gerät wird angesetzt und spreizt den Keil danach ähnlich wie das hydraulische Werkzeug der Feuerwehr. Angetrieben wird der Wunderkeil durch eine per Gewindestange verbundene Akkumaschine, die an eine Bohrmaschine aus dem Heimwerkermarkt erinnert, aber weitaus leistungsfähiger ist.

Der Vorteil ist nicht nur in der Arbeitserleichterung zu sehen. "Das Gerät dient auch der Arbeitssicherheit", sagte FBG-Geschäftsführer Fabian Menzel. Denn so werde der Baum nicht durch die Hammerschläge gegen den Keil erschüttert, und brüchige trockene Äste würden während der Fällarbeiten nicht auf die Waldarbeiter herunterfallen. Die Trockenheit des Klimawechsels hat sich also bis in die Unfallstatistik des Forstes bemerkbar gemacht. Immer noch ist der Grundwasserspiegel auf Tiefstand.

Und wenn doch ein Arbeitsunfall mitten im Wald passiert? Hierzu gab es jetzt den praxisnahen Anschauungsunterricht. Anhand der Übung zu einem gestellten Unfall wurde der erfolgreiche Ablauf des Rettungswesens geprobt. Dabei kam nicht nur der Rettungsdienst zum Einsatz. Auch die Bergwacht wurde von der Integrierten Leitstelle entsandt. Denn die geländegängige Spezialtrage der Bergwacht wurde benötigt, um den Verletzten aus dem für Fahrzeuge unzugänglichen Waldstück zu retten. Während das Szenario des Rettungswesens gekonnt ablief, lernten die Waldarbeiter, wie sie bis zum Eintreffen der Helfer vorgehen sollten. "Ruhe bewahren und Kontakt mit dem Verunglückten aufnehmen", war der Rat der Mediziner. Von enormer Bedeutung ist offensichtlich eine funktionierende Verbindung zum Mobilnetz. Dann kann auch der Notruf erfolgreich per Handy abgesetzt werden. Flächendeckend ist das Waldgelände im Landkreis Bad Kissingen mit Rettungspunkten bestückt, die der Rettungsdienst bei Notfällen ansteuert. Ein ortskundiger Waldarbeiter kann die Rettungskräfte dann gezielt zur Unfallstelle führen. Welcher Rettungspunkt der nächste ist, lässt sich durch eine App auf dem Handy ermitteln.