Ein ausverkauftes Haus bescherte das Männerballett-Turnier der Unterterthaler Karnevals-Gesellschaft (UKG). Die 16. Auflage dieses Spektakels mit elf Männer-Garden zeichnete sich durch Einfallsreichtum, hohe Qualität und seine aufwendige Ausstattung aus, die die Akteure teils in Fahrzeug-Anhängern mitführten.
Am frühen Nachmittag warteten die ersten Gäste auf Campingstühlen vor der Erthalhalle bereits auf den Einlass, wusste der gut aufgelegte Moderator Marc Scheller in seiner Begrüßung. Neben den Akteuren, die um den begehrten Pokal kämpften, boten die Stadtteil-Karnevalisten ihre gesamtes Garden-Kontinent im Rahmenprogramm auf.


Fitte Jungs aus Oberthulba

Mit den "Hellöwern" aus Oberthulba startete ein Team den Wettbewerb das im Publikum viele Sympathien hatte und als einer der Favoriten galt. Unter dem Titel "Enorm in Form" legten sie eine "Fast and Fury"- Show mit akrobatischen Einlagen auf, das seine Fitness unter Beweis stellte und dem vorausseilenden Ruf gerecht wurde.
Im wandelbaren Masken-Outfit setzte Albertshofen seine Präsentation "Back to Life" um, ein Leben zwischen Wunschtraum und Realität. Der Erfolgssong der britischen Rhythm & Soul-Band "Soul II Soul" lag dieser Idee zu Grunde, die das Albertshofener Männerballett mit Elan und Kreativität umsetzte. Altbessingens Fledermäuse flogen bereits vor "Mitternacht" - so der Titel - ein, um mit Erfolg ihr Gruselkabinett zu inszenieren.


Bier für den Zaubertrank

Einen "Wunschpunsch" servierten die Gentlemen aus Wiesentheid. Ein größenwahnsinniger Professor, der kleinere Menschen entwickeln will, fehlte im Zaubertrank noch eine Essenz. Die Tänzer entdeckten ihn beim futuristisch wirkenden Street-Rap - natürlich im Bier. Der "Schatz der Piraten" entpuppte sich als rothaarige Meeresnixe, der das Tanz-Team aus Unterspiesheim huldigte.
Die Ära des Tut-ench-amun ließen die Männer aus Obersinn einschließlich riesiger Pyramide und Cleopatra sowie deren "verfluchte Qual der Wahl" (eines Ehemannes) auferstehen. Den kraftraubenden Sound zu diesem kreativen Beitrag in tollen Masken ersann kein Ägypter, sondern unter anderem Haddaway mit seinem Titel "What is love?" - eine beachtenswerte Präsentation.


Gewinner-Show in Dessous

Als aussichtsreichster Kandidat ging zweifellos das Männerballett aus Zellingen ins Rennen. Zweimaliger Sieger in Untererthal nahmen sie sich dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider" an und tanzten schließlich in Dessous der höfischen Mode und mit passender Mimik auf der Bühne. Der rauschende Applaus ließ vermuten, dass dieses Ballett um die ersten Plätze mitmischt. "Vom Pizzabäcker zum Millionär" war eine tänzerische Vision des verjüngten Auraer Männerballetts. Abbas Top-Hit "Money, Money, Money" soll den acht jungen Tänzern dazu verhelfen. Die Entwicklung durch den Tanz - aus der Steinzeit bis heute - zeigten die Männer aus Obereschenbach im Zeitraffer.


Klassiker neu aufgelegt

Statt Raumschiff Enterprise gab es "Traumschiff Surprise" mit Star-Wars-Beimischung - eine richtig "space-ige" Darbietung des Aschbacher Männerballetts. Waigolshausen, ein Dauergast beim Stadtteilturnier, grub das "Dschungelbuch" aus und transferierte es mittels Elektro-Pop in einen agilen und quirligen Tanz, eine "Neuauflage" des Bestsellers.
Die elfköpfige Jury hatte offenbar das gleiche Urteil gefällt, wie das begeisterte Publikum: Zellingen gewann mit 386 von 400 möglichen Punkten zum dritten Mal den Pokal und darf den jetzt behalten. Auf dem zweiten Platz landete unter dem Jubel der Besucher das Fitness-Männerballett aus Oberthulba, den dritten Rang gebührte dem Team aus Obersinn und ihrer Cleopatra. Alle weiteren Akteure erhielten einen vierten Platz beim Männerballett-Turnier.