Beeindruckt sind sie. Das sagen mehrere Mitglieder der elfköpfigen Bewertungsjury des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". Im Jahr 1990 bei der letzten Teilnahme war Fuchsstadt Kreissieger geworden und musste sich auf Bezirksebene nur ein, zwei anderen Orten geschlagen geben. Seitdem hat sich viel getan.

"Wir haben uns gedacht, es ist höchste Zeit zu zeigen, wie eine Gemeinde sich entwickeln kann", erklärt Bürgermeister Peter Hart (CSU/ UWG), weshalb die Gemeinde sich nach Jahrzehnten wieder für die Teilnahme entschieden hat. Er empfängt die Mitglieder der Bewertungsjury und weitere Teilnehmer am Rathaus, der ersten Station des mehr als zweistündigen Rundgangs durch den Ort.

Das Rathausgebäude, das als Armenhaus einst gebaut worden war und danach unter anderem als Poststelle und Schule diente, ist zugleich das erste Beispiel für die Investitionen im Ort: Das Gebäude ist saniert. Vor zwei Jahren fiel die Entscheidung dafür, "weil das Haus zum Ortsbild gehört", sagt Hart. Auch andere öffentliche Gebäude sind erneuert: die Schule und erst im vergangenen Jahr die Mehrzweckhalle.

Ebenfalls erst im vergangenen Jahr wurde das Mehrgenerationenhaus Eulentreff eröffnet, ein Neubau auf dem Gelände des so genannten Stadtparks. Das Mehrgenerationenhaus mit seinen ehrenamtlichen Angeboten gilt seitdem als ein Vorzeigeobjekt für Engagement.

An all diesen Gebäuden kommen die Jurymitglieder im Laufe des Nachmittags vorbei. Unterwegs können sie sich einen Eindruck vom Straßenbild im Altort verschaffen. "Wir haben viel Wert auf Straßen begleitendes Grün gelegt", erklärt Hart. Den Jury-Mitgliedern fällt das auf. Die schmuck hergerichteten und ebenfalls oft mit viel Grün gestalteten Höfe wecken daneben ihre Neugier, so dass sie immer wieder durch Tor und in Einfahrten blicken. "Das hier war bis 1970 meine Existenzgrundlage mit acht Hektar und fünf Kühen", erzählt ihnen Erwin Wahler auf seinem Anwesen.

Die Teilnehmer des Rundgangs nutzen ein, zwei Höfe auch dazu, die Strecke abzukürzen. Apropos Abkürzung: Kurze Wege sind ein weiteres Charakteristikum des Ortes. Bewusst wurden an einigen Stellen Wege angelegt, um für Fußgänger abseits der Straße Querverbindungen zu schaffen.

Wie Hart betont, gibt es im Innenort kaum Leerstände - wo doch, bemüht die Gemeinde sich, Anwesen zu kaufen und sie zu nutzen. Hart führt die Gruppe zu einem aktuellen Beispiel mitten im Ort. Dort ist ein Abriss von Altgebäuden und der Bau eines Hauses für Senioren oder Behinderte geplant.

Fuchsstadt ist gut ausgestattet. Es gibt sogar vier Gastwirtschaften - zwei im Vollerwerb und zwei im Nebenerwerb. Und ein Dorfbackofen - er ist gleich die zweite Station nach dem Rathaus - ist erhalten geblieben. Es gab einst vier Backofengebäude in Fuchsstadt mit insgesamt fünf Öfen, erklärt Michael Stöth. Seine Familie nutzt den Ofen immer mal wieder. Stöth denkt aber auch darüber nach, Backkurse zu geben, wie er sagt. Für die Gruppe gibt es am Ofen frischen Plootz.

Das Dorfmuseum und die Kirche mit Gaden besichtigt die Gruppe ebenfalls. Beim Kindergarten macht sie Station und kommt an der Katharinenschule vorbei, so dass sie den in der nähe liegenden Festplatz mit seinen vielen Bäumen sieht.

Am Ende kann die Jury kaum Negatives aufzählen: Der frühere Kreisbaumeister Günter Stammwitz wünscht sich, dass der Bachlauf im Altort zumindest teilweise frei liegt. Das rote Pflaster ist nicht nach dem Geschmack von Planer Matthias Kirchner. Damit steht die Empfehlung an Fuchsstadt, auf Bezirksebene teilzunehmen - Fuchsstadt war der einzige Kreis-Kandidat in der Kategorie ab 600 Einwohner, das ebenfalls begutachtete Wermerichshausen ist in der Kategorie unter 600 Einwohner. Dieter Büttner, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, wünscht sich fürs nächste Mal aber, das mehr Fuchsstädter mitlaufen.