Mit der neuen Saalebrücke wurde das größte Brückenbauwerk der vergangenen Jahrzehnte in der Stadt Hammelburg am Montag offiziell seiner Bestimmung übergeben. Zahlreiche Vertreter der beteiligten Unternehmen und Behörden, aus Politik und Einwohnerschaft versammelten sich auf Einladung des Staatlichen Bauamts (Schweinfurt) am östlichen Brückenkopf vor der neu aufgestellten Marienstatue, weshalb der Verkehr ein letztes Mal umgeleitet werden musste. Die Festansprachen und Grußworte wurden von der Bauamts-Blaskapelle musikalisch begleitet. Die ökumenische Weihe zelebrierten Pfarrer Thomas Eschenbacher für die katholische und Pfarrer Robert Augustin für die evangelische Kirche.

Zwar waren die Arbeiten an der 170 Meter langen und knapp zwölf Meter breiten Stahlbetonbrücke, an dem am Ostende gebauten Verkehrskreisel und am westlich gelegenen Fahrbahnteiler bereits im September vergangenen Jahres abgenommen worden, doch fehlten noch die landschaftspflegerischen Maßnahmen sowie der neue Standplatz für die Marienstatue. Deshalb habe man erst jetzt nach Abschluss aller Arbeiten die offizielle Einweihung vornehmen wollen, erklärte Michael Fuchs, Leitender Baudirektor am Staatlichen Bauamt.

Wichtige Verbindungsfunktion

Die Saalebrücke überspannt nicht nur die Fränkische Saale, wies Fuchs auf die technische Bedeutung des Bauwerks hin, sondern zugleich einen Geh- und Radweg, einen Wirtschaftsweg sowie parallel zum Fluss laufende Entwässerungsgräben. Städtebaulich sei die Brücke für Hammelburg bedeutend, da sie eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen dem Bahnhof und dem Bundeswehrausbildungszentrum auf der anderen Flussseite darstellt. Vor allem dies war der Grund, der den Brückenneubau notwendig gemacht hatte: Der seit 1955 bestehende Altbau war immer wieder mit schwerem militärischen Gerät befahren worden, "was zu massiven Schäden am Tragwerk geführt hatte", erklärte der Baudirektor. Da die Brücke vor Jahren noch ein Teilstück der Bundesstraße 27 war, übernahm der Bund die Baukosten von sechs Millionen Euro. Erst später war die B 27 zur Staatsstraße herabgestuft worden.

Von Beginn an habe man sich immer eng mit der Stadt Hammelburg abgestimmt, dankte Fuchs für die konstruktive Zusammenarbeit. Die aus acht Vorschlägen vom Stadtrat gewählte Variante sei "für alle Beteiligten die beste Lösung".

Zahllose Sitzungen und Besprechungen

Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) bestätigte dies und erinnerte an zahllose Sitzungen und Besprechungen über Lage, Ausführung und Gestaltung der Brücke. "Die alte Stahlbetonbrücke hatte nach 60 Jahren ausgedient. Eine Sanierung erwies sich wirtschaftlich als nicht sinnvoll." Zwar sei die neue Lage der Brücke von Teilen der Bevölkerung und des Stadtrats zunächst kritisch hinterfragt worden, sei dann aber wegen der niedrigeren Kosten und der besseren Verkehrsführung doch akzeptiert worden. "Diese Saalebrücke hat seit jeher eine besondere Bedeutung für die Stadt", freute sich Warmuth über viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Der Bürgermeister dankte allen am Bau Beteiligten. "Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenige Brücken", schloss Warmuth mit einem Zitat des englischen Physikers und Philosophen Issac Newton. "Hammelburg ist mit seinen 37 Brücken gut bestückt."

Auf das Verbindende von Brücken gingen auch Landrat Thomas Bold und Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (beide CSU) in ihren Grußworten ein. "30 Jahre nach der Wiedervereinigung wissen wir, wie wichtig es ist, Brücken zu bauen." Das neue Bauwerk "an der Schokoladenseite der Stadt" sei als "Tor zur Stadt" sehr gut umgesetzt und biete ein "wunderschönes Bild, egal in welche Richtung man fährt". Kirchner verwies auf die über 1 300-jährige Stadtgeschichte und meinte: "Hammelburg hat es verstanden, sich neu und modern aufzustellen." Die offizielle Einweihung der Saalebrücke markiere für die Menschen in Hammelburg einen besonderen Tag.

Zeitplan, Kosten und technische Daten

Zeitplan: Dezember 2011: erste Vorgespräche zum Brückenneubau, Dezember 2012: Entscheidung für Brückenvariante VIIa (von acht Varianten) mit Geh- und Radweg, Oktober 2015: erster Spatenstich, Dezember 2016: Nutzungsbeginn der neuen Brücke, Herbst 2017: Abbruch der alten Brücke, September 2018: Abnahme der Bauleistungen, anschließend Bau der Ausgleichsmaßnahmen, Grünflächengestaltung und Umsetzung der Marienstatue, November 2019: offizielle Einweihungsfeier

Kosten: 6,0 Millionen Euro vom Bund finanziert, Eigenanteil der Stadt 300.000 Euro, davon von der Regierung Unterfranken gefördert 130.000 Euro

Technische Daten: Spannbetonbrücke mit zwei Stegen, 170 Meter lang, 11,50 Meter breit, Unterbau in Natursteinoptik, Fahrbahnteiler am Westende der Brücke, Kreisel am Ostende vor Stadteinfahrt.