Für einen so kleinen Ort wie Engenthal, mit 133 Einwohnern der kleinste Gemeindeteil von Elfershausen ist, ist es ein großes Projekt. Doch frei nach dem Motto "je kleiner die Gemeinde, desto größer das Engagement" packen alle mit an, um das Dorfgemeinschaftshaus für den kleinen Ort zu verwirklichen. Hier sollen künftig Feste, Versammlungen oder Proben stattfinden. Private Feiern wird es dort nicht geben und "es soll auch keinesfalls eine Konkurrenz für die örtliche Wirtschaft sein", macht Ortssprecher Johannes Krumm deutlich.

Bei einem politischen Weißwurstfrühstück kristallisierte sich 2014 heraus, dass die Engenthaler gerne einen barrierefreien Treffpunkt hätten. Das vorhandene Feuerwehrhaus hatte zwar einen Gastraum, der sei aber im ersten Obergeschoss und maximal für 20 Leute gewesen, erzählt Johannes Krumm. "Der Raum war einfach zu klein und nicht jedem zugänglich." Zudem seien die Damen-Toiletten im Spitzboden nur über eine steile Treppe erreichbar gewesen. "Damals haben wir zunächst über einen Anbau nachgedacht", so Krumm. Der wurde jedoch nach einigen Ortsbesichtigungen aus mehreren Gründen verworfen und stattdessen ein Neubau geplant. "Unter anderem gab es im alten Gebäude Setzungsrisse, das Feuerwehrhaus hatte einfach kein gutes Fundament", sagt der zuständige Hammelburger Architekt Marcus Seifert. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. "Ich hatte jede Menge Unterstützung von den Engenthalern, die sind teilweise sogar in die Gemeinderatssitzung mitgefahren", berichtet Krumm.

2000 Arbeitsstunden

Das neue Dorfgemeinschaftshaus Engenthal, das mit Gesamtkosten in Höhe von 375 000 Euro veranschlagt ist, erhielt vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) die maximale Förderung von 150 000 Euro. Rund 65 000 Euro erbringen die Engenthaler in Eigenleistung. "Ich bin damals von Haus zu Haus gegangen und habe gefragt, wieviele Helferstunden jeder leisten würde", erzählt Krumm. Dabei haben ihm die Bürger 2000 Arbeitsstunden versprochen, ein 80-Jähriger habe ihm glatt 100 Stunden angeboten. "Das hat mich zu Tränen gerührt", erzählt Krumm. Und: "Ich bin stolz darauf, dass wir das gemeinsam auf den Weg gebracht haben." Er freue sich sehr, dass die Einwohner alle mithelfen und an einem Strang ziehen. Die Helfer stehen immer Gewähr bei Fuß, "wenn ich anrufe sind kurzfristig immer zehn bis zwölf Leute da", so Krumm.

Einweihung beim Angerfest 2020

Sie packten zunächst im August 2018 mit an, als das Feuerwehrhaus abgerissen wurde. Der Feuerwehranhänger, Biertischgarnituren und Ausrüstung kamen in die gemeindeeigene Doppelgarage neben der Kirche. In Eigenleistung wurden beziehungsweise werden im Dorfgemeinschaftshaus ferner Schweißbahnen verlegt, die Küche aufgebaut und die komplette Außenanlage samt Pflasterarbeiten erstellt. Bisher wurden 750 Helferstunden geleistet. Richtfest war Mitte Januar diesen Jahres. Die offizielle Einweihung soll mit dem Angerfest am 11. und 12. Juli 2020 erfolgen.

Die Pläne entwarf der Hammelburger Architekt Marcus Seifert. "Wir haben ein Haus mit Satteldach geschaffen im fränkischen Baustil, modern interpretiert, das passt zu Engenthal", ist Seifert mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. Der 65 Quadratmeter große Saal im Erdgeschoss bietet Platz für 60 Gäste, es gibt eine Küche mit Theke, behindertengerechte Toiletten und einen Abstellraum im Dach. Momentan wird der Gastraum fertig verputzt, die Endmontage im Sanitär- und Elektrobereich läuft. Die Küche ist bereits geliefert und kann im Anschluss direkt eingebaut werden. "Die Pflasterarbeiten dauern aber bestimmt bis ins Frühjahr 2020", meint Seifert.

Dank der Eigenleistungen bekommt die Terrasse Richtung Löschweiher sogar ein großes Vordach. "Das hätten wir uns von Firmen garnicht leisten können", so der Architekt. Mit See und Sitzgruppe wird die Außenanlage, die Landschaftsarchitekt Valentin Dietz ehrenamtlich geplant hat, seiner Meinung nach ein schönes Idyll.

Inzwischen machen sich die Engenthaler bereits Gedanken, wie das neue Domizil im nächsten Jahr mit Leben erfüllt werden kann. Man könne in Engenthal zwar kein festes Programm anbieten, so wie der Eulentreff in Fuchsstadt, "aber Heizkosten und Strom müssen wir selbst bezahlen", gibt Krumm zu Bedenken. Und die Ideen sind vielfältig, reichen vom Osterschmuck basteln bis zum Schafkopfturnier.

Engenthals Ortssprecher Johannes Krumm hat vor, bei der Kommunalwahl 2020 in Elfershausen für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Den Termin für diesen Artikel hatten wir schon länger anvisiert.

Zur Info:

375000 Euro kostet das Dorfgemeinschaftshaus voraussichtlich. Davon erhält die Gemeinde Elfershausen vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) 150 000 Euro Förderung. 65000 Euro betragen die Eigenleistungen. Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt die Kosten für das Inventar (Geschirr, etc.) und die komplette Bestuhlung. Und die Jagdgenossen haben den Pelletofen im Wert von 5000 Euro bezahlt. Ferner hat ein Bürger 1000 Euro gespendet.

Dorfgemeinschaftshaus

Finanzierung 375 000 Euro kostet das Dorfgemeinschaftshaus voraussichtlich. Davon erhält die Gemeinde Elfershausen vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) 150 000 Euro Förderung. 65 000 Euro betragen die Eigenleistungen. Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt die Kosten für das Inventar (Geschirr, etc.) und die komplette Bestuhlung. Und die Jagdgenossen haben den Pelletofen im Wert von 5000 Euro bezahlt. Ferner hat ein Bürger 1000 Euro gespendet.