"Darauf hat Euerdorf lange gewartet", so die Bürgermeisterin Patricia Schießer. "Die Sanierungsarbeiten im Euerdorfer Friedhof haben begonnen. Beim Thema Friedhof handelt es sich um ein sehr sensibles Thema. Im Vorfeld mussten viele Einzelgespräche mit Hinterbliebenen geführt werden, da viele Gräber von der Umgestaltung bzw. den Sanierungsarbeiten im Friedhof betroffen sind. So sind zum Beispiel gesetzliche Vorgaben, wie die selbstverständliche Einhaltung von Ruhezeiten, bei einem solchen Vorhaben zu berücksichtigen."

Mehrere Vorhaben

"Dass Sanierungsbedarf am Friedhof bestand, war schon seit sehr langer Zeit bekannt", erläutert die Bürgermeisterin, "spätestens aber mit der Restaurierung der Friedhofskapelle im Jahr 2008 war dann der derzeitige Zustand nicht mehr tragbar. Es ging auch immer darum, die Bürger und Bürgerinnen von Euerdorf in die Planung mit einzubeziehen. Deswegen wurden auch mehrere Bürgerversammlungen und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Die Vorstellungen und Wünsche der Bürger und Bürgerinnen konnten größtenteils in die Planungen mit einbezogen werden. Doch jetzt ist es soweit."

Gleich mehrere Maßnahmen werden in Angriff genommen, wobei bei allen Arbeiten stets die Barrierefreiheit im Blickfeld ist. Beide Wege werden gepflastert, sobald der Kanal, der das Oberflächenwasser dann auffangen wird, fertig gestellt ist. Unter dem linken Weg von der Kapelle zur Aussegnungshalle wurde der Kanal bereits verlegt. Unter dem Hauptweg verläuft die neue Wasserleitung und außerdem sind Leerrohre für Stromleitungen integriert.

Neue Sitzgelegenheiten

Der Platz vor der Aussegnungshalle soll weiter aufgewertet werden. "Das ist eines unserer Hauptanliegen", erklärt dazu Bürgermeisterin Patricia Schießer. Vor der Aussegnungshalle sollen Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Über den Friedhof verteilt sind drei neue Wasserentnahmestellen geplant. Die Wege zum Wasser werden dadurch für die Angehörigen deutlich kürzer."

Mit den anstehenden Arbeiten werden die Unebenheiten zwischen den Gräbern soweit wie möglich ausgeglichen. Mit dem Ausgleich soll auch die Pflege des Friedhofes wieder einfacher werden. Zum Abfangen des vorhandenen Geländeversatzes vom unteren in den oberen Teil des Friedhofes ist die Fortführung der Mauer hinter der Kapelle geplant. Eine Rampe gewährleistet in Zukunft Rollstuhl- und Rollatorfahrern einen behindertengerechten Zugang zur Kapelle. "Außerdem haben wir eigens einen Steinmetz zur Absicherung der Gräber beauftragt, falls ein Bagger zu nah an die Gräber kommen sollte. Sobald Sicherungsmaßnahmen an Gräbern notwendig werden, werden die betreffenden Angehörigen umgehend verständigt", so die Bürgermeisterin.

Die Arbeiten werden bis Allerheiligen zum traditionellen Friedhofsgang nicht abgeschlossen sein. "Für diesen Anlass werden die Wege übergangsweise gut geschottert sein, damit die Angehörigen an die Gräber können. Danach arbeiten wir mit Hochdruck weiter, damit die jetzt vorgesehenen Maßnahmen bis zum Frühjahr des kommenden Jahres erledigt sind. Die Neugestaltung des Friedhofes wird damit aber sicherlich noch nicht beendet sein. Das ist ein Prozess, der bis zur endgültigen Fertigstellung noch viele Jahre andauern wird. Die Möglichkeit, neue Bestattungsformen im Laufe der Zeit zu realisieren, bleibt damit weiter offen", bemerkt Patricia Schießer. Die Kosten bewegen sich derzeit im Rahmen der Vorgabesumme von rund 350 000 Euro. "Der Anfang ist gemacht", freut sich die Bürgermeisterin, aber auch darüber "dass der Euerdorfer Friedhof jetzt ein neues Gesicht bekommt."