Es duftet verführerisch nach frisch gebackener Pizza. Viele fröhliche laute Stimmen drängen durch das Feuerwehrhaus. Kinder und Jugendliche treffen sich einmal monatlich unter Anleitung der Gemeinde-Jugendarbeiterin Kathrin Kuhn und haben dabei sichtlich Spaß.
Für die Pädagogin steckt jedoch viel mehr dahinter: "Mir ist es wichtig, die Jugendbeteiligung im Ort zu fördern. Außerdem möchte ich die Heranwachsenden unterstützen, damit sie sich entwickeln können. Dazu gilt es Räume zu schaffen, in denen eine Entwicklung stattfinden kann." Kathrin Kuhn ist seit August letzten Jahres Mitarbeiterin des "Pro Jugend im Landkreis Bad Kissingen e.V." und zur Zeit sechs Stunden für die Kinder und Jugendlichen in Euerdorf und Wirmsthal aktiv; "Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht unheimlich Spaß, gerade wenn man sieht, wie sie sich entwickeln."
"In Wirmsthal wird das Angebot sehr gut angenommen", freut sich Kathrin Kuhn. "Nach einer persönlichen Einladung gab es eine Auftaktveranstaltung. Jetzt haben wir feste Treffen ausgemacht. Jeden ersten Freitag im Monat gibt es Freizeitangebote. Bei so einem Treffen besprechen wir auch gleich, was wir das nächste Mal machen können. Dabei sollen die Kinder selbst bestimmen, was sie unternehmen wollen." So gab es bereits einen Spiele-Nachmittag oder es wurden Waffeln gebacken. Ausnahmsweise findet die Veranstaltung, die sonst für den Wirmsthaler Jugendraum geplant ist, im Feuerwehrhaus statt. "Hier haben wir einen Backofen", erklärt Christian Rost, Jugendbeauftragter für Wirmsthal und stellt die Motivation dieser Freizeitangebote vor: "Der Jugendraum darf erst ab 13 Jahren genutzt werden. Wir wollten auch Jüngere ansprechen, die dann später auch diese Einrichtung besuchen. Für mich ist dabei wichtig, dass in diesem Alter eine pädagogische Fachkraft da ist. Im Jugendraum sind die Jugendlichen unter sich. Diese Nachmittage sind trotzdem keine Animation. Die Kinder werden begleitet."
Die Freizeitangebote finden Zuspruch: "Es ist super, dass es so viele Kinder nutzen. In Wirmsthal sind es rund 80 Prozent der Zielgruppe", bemerkt Christian Rost. Ein Austausch findet zwischen dem Jugendbeauftragten und der Pädagogin regelmäßig statt: "Kathrin Kuhn hält die Fäden in der Hand, ich unterstütze sie bei der Organisation oder der Umsetzung der Maßnahme.
Den Nachmittag zum Pizza-Backen nutzen acht Jungen und Mädchen: "Zuerst haben wir den Teig geknetet, ausgerollt, eine Soße darauf gestrichen und je nach Geschmack belegt", erklärt die 11-jährige Amelie und Aleksandra ergänzt: "Jeder von uns bekommt eine Hälfte." Wie beurteilen die Kinder und Jugendlichen selbst das Angebot? "Es macht Spaß", freut sich Aleksandra. "Wir sind an verschiedenen Schulen und sehen uns deshalb nicht so oft. Deswegen ist es schön, dass wir uns an diesen Nachmittagen treffen können und gemeinsam etwas unternehmen."
"Für die Marktgemeinde selbst ist es ein enorm wichtiges Projekt im Rahmen der Jugendarbeit. Die Jugendlichen bekommen die Möglichkeit sich auszuprobieren, fühlen sich damit wahrgenommen und akzeptiert. Gerade diese positiven Eindrücke und Erinnerungen bleiben haften, auch wenn die Ausbildung einen Wegzug vom Heimatort erfordert. Neuen Studien zufolge sind gerade diese Menschen unter den Rückkehrern aufgrund ihrer Bindung in der Jugendzeit", so Bürgermeisterin Patricia Schießer.