Bürgermeister und Gemeinderat sind in der Bürgerversammlung wegen des neuen Feuerwehrgerätehauses, das im Baugebiet "Trimberger Weg" entstehen soll, in die Kritik geraten. Mit einer schriftlichen Eingabe - die nicht nur den kontrovers diskutierten Neubau betraf - brachte Feuerwehr-Kommandant Dominik Roth den Stein ins Rollen.

Seine Kritik betraf zunächst die unzureichende Technische-Hilfe-Ausrüstung, zu der Alfred Mützel ein aktuelles Beispiel parat hielt: Die Hammelburger und die Euerdorfer Wehr verfügen über ein THL-Gerät, sind aber im Einsatz. Der Elfershausener Wehr fehlt diese Ausstattung. "Es ist lächerlich, dass die Gemeinde dieses Gerät zum Preis zwischen 10 000 und 15 000 Euro nicht erwerben kann", fügte er an. Bürgermeister Karlheinz Kickuth sah die Notwendigkeit ein und will das Thema im Gemeinderat beraten lassen. Allerdings gibt es für den THL-Satz keine Förderung, merkte er an.

Feuerwehrvereinsvorsitzender Berthold Neeb nahm den Gerätehausbau aufs Korn. Dieser ist gesetzliche Auflage - zumal die Unterkunft im Erthal-Schloss den Anforderungen schon längst nicht mehr genüge. "Die Feuerwehr wünscht sich ein Gemeinderats-Entscheidung des seit mehr als zwei Jahren diskutierten Projekts", betonte er. Der Bürgermeister möge diesbezüglich "die Zügel in der Hand behalten", fügte er hinzu. Kickuth argumentierte mit einer Kreditaufnahme, die für den Bau benötigt wird. "Wir suchen deshalb Sparpotenziale. Der Arbeitskreis soll sich zusammensetzen und eine Lösung finden."

Lothar Völkel, Mitglied im Arbeitskreis, beklagte, dass "wir dort jedes Mal beim Sparen landen und nicht weiterkommen". Er glaubt, es fehle an der Wertschätzung der Feuerwehr. Der Rathausobere wies auf einen Ortseinblick im Feuerwehrhaus in Himmelstadt hin, das der Arbeitskreis besuchte, um sich ein objektives Bild zu machen. "Wir müssen ausloten was geht", betonte er. Nach Aussage von Arbeitskreis-Mitgliedern, ist der dortige Bau nicht mit der heimischen Planung vergleichbar.

Anhand des Wortentzugs zum Thema in der jüngsten Ratssitzung, kritisierte Kommandant Roth den "mangelnden Rückhalt" für die Wehr mit dem Hinweis, dass nächstes Jahr Neuwahlen bei der Feuerwehr anstehen, die für ihn das Dienstende sein könnten. "Der Kredit ist von den Bürgern zu zahlen, aber die haben auch etwas davon", schaltete sich Vorsitzender Neeb nochmals ein. Der Bürgermeister betrachtete es jedoch als "seine Aufgabe, die Planer zum Sparen anzuregen".

Kickuth hatte zu Beginn der Versammlung einen Ausblick auf das laufenden Jahr aufgelegt, in dem im Ortsteil als wichtige Maßnahme eine dritte Kindergartengruppe ansteht, denn 37 angemeldete Kinder finden keinen Platz in St. Johannis. Damit wirft sich die Frage nach einem Neubau, einem Anbau oder einer umfassenden Sanierung auf. Da die Kindergärten im Markt keine Kinder aufnehmen können, entschied sich der Rat für Ausweich-Quartiere während der Bauzeit. Kleinstkinder können im Pfarrheim unterkommen.

Das ehemalige Schulgebäude in Elfershausen, jetzt das "Haus der Vereine", wurde zum Ende des vorigen Jahres fertiggestellt. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) bezuschusste das Projekt mit rund 84 000 Euro. Insgesamt ergibt sich eine geschätzte Gesamtsumme von 150 000 Euro für diese Maßnahme.

Weitere Fragen aus dem Auditorium betrafen das von der Gemeinde erworbene Anwesen in der August-Ullrich-Straße. Angelika Kohlhepp wollte wissen, was damit geschieht. Kickuth erwartet bis Juni einen Bescheid, ob eine Gemeinschaftspraxis einzieht. Bei starken Regenfällen schwemmt das Wasser vom Stappberg Unrat auf Felder und in den Ort, weil die Ableitung durch den ehemaligen Schuttplatz führt, kritisierte Mützel. Der Bürgermeister ist hier mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Naturschutzbehörde in Verhandlungen, die entscheiden müssen.

Walter Emmert monierte Gerölleintrag am östlichen Ufer seit der Sanierung des Deisselbachs. Dortige Grundstücke verlieren dadurch an Wert und ihre Besitzer müssen sie reinigen. Dies will der Bürgermeister beraten lassen, ebenso wie eine Dachrinne an der Süd-Seite des Erthal-Schlosses. Björn Rasch wies als Anwohner auf Wassermengen vom Dach hin, die in das Anwesen fließen. Martin Englert regte eine Säuberung des Wegs oberhalb des Friedhofs an, dem eine Verbuschung droht.