Im Kloster Altstadt - dem Ort, wo die Geschichte des Frobenius-Gymnasiums begann - haben Michael Rosenberger, Pfarrer Thomas Eschenbacher und Michael Hügel den Festgottesdienst zum Jubiläum der Schule zelebriert. Besinnung und Dank kamen zur Sprache. "Schule eines hörenden Herzens zu sein", sei schon bei der Gründung durch die Franziskaner in die Wiege gelegt worden.

Der Lehrerchor des Frobenius-Gymnasiums sorgte für die musikalische Umrahmung. Den anschließenden Festakt in der Musikakademie moderierte Ulrike Scheblein. Für einen schwungvollen Beginn sorgte ein Saxophonquartett.

Schulleiter Matthias Ludolph ging auf die auf der Schulfahne abgedruckten Tugenden ein. "Nicht Lernzielorientierung, sondern vielmehr Kompetenzorientierung stehen heutzutage im Mittelpunkt" sagte der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Frobenius-Gymnasiums, Manfred Gerlach. Schule sei lange der privilegierte Ort gewesen, heute könne man Wissen von überall holen. Aber auch das Erkennen müsse gelernt werden.

Die Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Anna Stolz (Freie Wähler), nannte das Doppeljubiläum 350 Jahre Franziskaner-Gymnasium und 175 Jahre Königlich Bayerische Lateinschule geschichtsträchtig. Sie bezeichnete Schulleiter und Lehrer als Kopf und Herz und als wichtige Vorbilder für die Schülerinnen und Schüler.

Das Angebot der Schule zum Beispiel mit 3D-Druck und Robotik sei eine ganzheitliche Talentförderung und Weiterbildung im besten Sinne. Stolz sprach die Initiative "Werte machen Schule" an, denn in Zeiten von Mobbing und Fakenews sei Werteorientierung immer wichtiger. Mit dem neuen Digitalpakt stünde eine Milliarde Euro zur Verfügung, mit der unter anderem in den nächsten fünf Jahren 50 000 digitale Klassenzimmer geschaffen werden sollen.

"Ich bringe zwar heute kein Geschenk mit, aber dafür das Versprechen, dass Hammelburg die neue Schule bekommt", sagte Landrat Thomas Bold (CSU). Er bekräftigte, dass es für den Festakt keinen besseren Platz gebe als Kloster und Musikakademie. Als Sachaufwandsträger werde der Landkreis die bestmöglichen Rahmenbedingungen und Hardware bieten. Das neu geplante Schulzentrum sei verkehrstechnisch optimal und biete auch wirtschaftlich die beste Lösung. Als ehemaliger Schüler des Gymnasiums dankte er der ganzen Schulfamilie für ihren Einsatz.

Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) sprach sowohl die gute Zusammenarbeit mit der Schule als auch die Städtepartnerschaft mit Turnhout als europäische Zusammenarbeit an. Der Festvortrag von Markus Frankl handelte von Humanisten, Mönchen und strengen Schulmeistern. Er startete mit Johannes Froben, dessen Buchdruckzeichen und Erstlingswerk "Biblia integra" aus dem Jahre 1491. Frankl ging auf die Historie der unterschiedlichen Schulgebäude ein, sowie auf Vergehen und Streiche und die dafür ausgesprochenen Strafen für die Schülerinnen und Schüler. Sein Vortrag war gleichzeitig eine Zeitreise durch die Hammelburger Schulgeschichte.