Eric Schneider von der Flugsportgruppe Hammelburg kann in dieser Saison bereits auf etliche erfolgreiche Flüge mit seiner Standard Libelle des Herstellers Glasflügel zurückschauen. Zu Ehren des Konstrukteurs und Pioniers der Segelfliegerei, Eugen Hänle, fand der 1. Glasflügel Cup auf dem Flugplatz Bad Saulgau statt. Zu diesem Freundschaftswettbewerb reisten Piloten nicht nur aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die weiteste Anreise hatte Justin Wills, der eigens aus Neuseeland kam.

Allabendlich gab es Fachvorträge rund ums das Thema Streckenfliegen und die Geschichte der Firma Glasflügel, auf deren ehemaligem Produktionsstandort der Wettbewerb stattfand. Produziert wurden die Flugzeuge in faserverstärkter Kunststoff-Bauweise von 1963 bis 1979, in der Zeit wurden 13 verschiedene Modelle hergestellt. Besonders beliebt ist bis heute die Standard Libelle H 201B, wie sie Eric Schneider sein eigen nennen kann.

Ganz vorne mit dabei

Trotz des hohen Alters seines Flugzeuges, Baujahr 1973, schafft er es immer wieder ganz vorne mit dabei zu sein. Mit drei Flügen und einer Flugdauer von 7.30, 1.07 und 5.12 Stunden belegte er an zwei Wertungstagen den ersten und einmal den zweiten Platz. In der Gesamtwertung siegte er vor dem Neuseeländer Wills und dem Vize-Weltmeister Uli Schwenk aus Münsingen.

Im vergangen Jahr hatte sich Schneider bereits mit dem 1.Platz für die Deutsche Meisterschaft der Clubklasse qualifiziert, die in diesem Jahr wiederum in der Pfingstzeit in Zwickau stattgefunden hat. Der 17-Jährige musste dieses mal schweren Herzens dem ersten Wertungstag fernbleiben und seine Abiturprüfung ablegen und verpasste dadurch wertvolle Punkte für die Gesamtwertung. Am Ende jedoch konnte er nach einer Gesamtstrecke von 2100 Kilometer den 13. Tabellenplatz unter 44 Teilnehmern trotz eines fehlenden Wettbewerbstages für sich ergattern. Im August geht es mit weiteren Vereinskameraden zum erneuten Qualifikationswettbewerb nach Aalen.

Rekordflug

Einen ganz besonderen Flug absolvierte Eric Schneider am 3. Juli. Nach tagelanger Hitze kam es an diesem Tag zum lang ersehnten Kaltluftzufluss, was auf ideale thermische Bedingungen hoffen ließ. Früh, kurz nach 6 Uhr, begann er mit den Flugvorbereitungen, bereits um 10 Uhr startete er nach zehnminütigem Flugzeugschlepp bis auf 1700 Meter Höhe in Richtung Osten. Dem Maintal entlang nach Coburg über den Frankenwald hinweg flog er mit seinem Segelflugzeug und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 95 km/h bereits um 12 Uhr über Zwickau immer weiter dem Erzgebirge entlang Richtung Dresden. Am ersten Wendepunkt, direkt über der polnischen Grenze bei Zittau und 365 Kilometer von Hammelburg entfernt, entschied er sich nicht zur direkten Rückkehr nach Hammelburg, sondern aufgrund der hervorragenden Bedingungen und der gedrehten Windrichtung zu einem Dreieck mit zweitem Wendepunkt im Raum Erfurt. Nach einem fast elfstündigen Flug kam der Hammelburger nach 911 zurückgelegten Kilometern gegen 20.45 Uhr wieder an der Hohen Lanz an. Es war der längste Flug mit der größten jemals zurück gelegten Entfernung, der vom Flugplatz Lager Hammelburg startete, ein Rekord in der über 50-jährigen Vereinsgeschichte der Flugsportgruppe. Gleichzeitig errang er auf dem weltweit etablierten OnlineContest OLC den Platz 3 der Tageswertung. Auf dieser Plattform werden alle teilnehmenden Flüge unbestechlich und präzise aufgezeichnet. Weitere Informationen gibt es unter www.fsg-hammelburg.de.