Als Erfolgstermin stellte sich heuer wieder das Berufe-Café für die 11. Klasse des Frobenius-Gymnasiums dar. Bereits im Vorjahr hatte sich diese Einrichtung als hilfreiches Forum zur Berufsorientierung erwiesen. Rund ein Dutzend auskunftsfreudiger Vertreter aus Betrieben, Behörden und Studium waren zur Stelle. Zumeist waren es ehemalige Schüler, Eltern und engagierte Freiwillige, die tiefere Einblicke in ihren Berufsalltag gewährten.
"Ich bin bereits im zweiten Jahr hier präsent, weil ich motivierte junge Menschen im Frobenius-Gymnasium antreffe", sagte Thomas Meindl, der die Laborfirma L+S AG aus Großenbrach vertrat. Egal, ob direkte Ausbildung oder ein voran gegangenes Studium: Bei Meindl erhielten die Schüler wertvolle Tipps aus der Berufspraxis von Pharmazeuten. Die Gymnasiasten spitzten ihre Ohren und zückten ihre Blocks.
"Was muss man mitbringen, um eingestellt zu werden", fragten Schüler. Oder "Wie viel kann man bei Ihnen verdienen?" Eine Viertelstunde lang hatten sie Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Dann ließen die Organisatoren Claudia Albrecht-Schübel und Manuel Potschka ihre Glocke ertönen und die Beratertische mussten gewechselt werden.
Zwei Stunden lang war am Freitag das Berufe-Café in der Aula geöffnet. Kaffee und Kuchen waren eher in der Pause angesagt. Zu kostbar war die Beratungszeit, um sie mit nebensächlichen Alltagsdingen zu füllen. Schon im Vorfeld hatten sich die Schüler mit den verschiedenen Berufszweigen auseinander gesetzt. Vier Wahlgesprächspartner standen jetzt zur Verfügung, weil aus zeitlichen Gründen nicht alle für jeden zu sprechen waren. Man musste also recht genau wissen, was man wollte.


Lockeres Gespräch mit Richter

Ein beliebter Gesprächspartner war Richter Volker Büchs. "Ich bin im Bereich des Strafrechts tätig", sagte er. Seine jungen Zuhörer interessierten sich für den Ablauf des Jurastudiums, den Berufsalltag und die Verdienstmöglichkeiten. Acht bis zehn Semester, anschließend noch eine Referendarzeit und ein zweites Staatsexamen seien die Voraussetzungen für die Karriere bei Gericht.
Einblicke in das Regionalmanagement des Landkreises Bad Kissingen gab es bei Cordula Kuhlmann. Wie der Studienalltag an der Uni aussieht, konnten die Schüler zum Beispiel bei Franka Böhle (Medizin), Joshua Augsburg (Wirtschaftsinformatik) oder Pascal Schlereth (Mathematik) erfahren.
"Ich finde den persönlichen Kontakt mit den Fragemöglichkeiten gut", sagte Schülerin Kaja Schedl. Für sie sei die Berufswahl noch völlig offen. "Für mich ist es wichtig, etwas aus dem Berufsalltag zu erfahren, und ich war überrascht, dass die Berufe so vielfältig sind", sagte Schülerin Diana Häntsch. "Ich fand die Gebiete Psychotherapie und Jura recht interessant, die mir die Menschen mit persönlichen Kontakt näher brachten", erzählte Schülerin Regina Subrin. "Leider war heute die Bundeswehr nicht vertreten, für die ich mich sehr interessiert hätte", bedauerte Lorenz Böhle.
Das Berufe-Café hilft, rechtzeitig die Weichen zu stellen. "Im Gegensatz zu früheren Jahrgängen gibt es jetzt keine Berufstrends, sondern die Vielfalt", sagt Mit-Organisatorin Claudia Albrecht-Schübel. Wichtig sei für die Schüler der 11. Klasse, dass sie sich rechtzeitig informieren. Bei Sparkassen und Behörden etwa bestehe eine Vorlaufzeit von eineinhalb Jahren. Da müsse sich der Schüler bald entscheiden, will er als Abiturient direkt nach dem Schulabschluss dort weiter machen.