Wer Ritter werden will, muss dienen können. Die Lehrjahre der mittelalterlich-höfischen Zeit erlebten die Mädchen und Jungen der Katharinenschule Fuchsstadt hautnah als Knappen für einen Tag.
Empfangen unter dem Burgtor von Minnesänger Hugo von Trimberg alias Matthias Schiebl standen 14 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuerinnen erwartungsvoll aber auch etwas zögerlich am verregneten Vormittag vor der trutzigen Festung als schon ein Geharnischter auftauchte. Rolf von Munchen, so sein Name, ist die rechte Hand von Sir Galahad vom gleichnamigen Clan und führt den roten Drachen im Schild.
Er brachte die Neugierigen ins Ritterlager im westlichen Burggraben wo bereits Lord Galahad wartete. Neben mehreren Gefolgsleuten fanden sich im Tafelzelt auch Lord Geoffrey vom schottischen Clan "Sgeimh Solaris" und seine Gattin. Galahad, der den Adler als Wappentier trägt, ließ keinen Zweifel daran, was Knappen seinerzeit erwartete. "Sie mussten die niedrigsten und schmutzigsten Arbeiten verrichten und konnten erst mit 20 Jahren den Ritterschlag empfangen", belehrte er.


Auch das Essen wurde zubereitet

Hugo von Trimberg erklärte anschließend den Fuchsstädter Schülern was auf sie wartet - ein Waffengang in Waffenröcken und die Zubereitung des Fürsten-Mahls, bei dem auch etwas für die Knappen abfiel. Eine Gruppe beorderte Lord Galahad in den Erthal-Saal wo die Schwerter erklangen, die zweite Gruppe begab sich in das Küchenzelt und damit in die Obhut von Ritter Richard von Wolfenstein, Schiebls Bruder und Küchenchef.
Linker Fuß nach vorn, Oberhau und Unterhau, das Schwert auf der Schulter ablegen, hieß es im überdachten Saal, während es bei der Mahlzubereitung galt, Kräuter für den Quark zu schneiden und die Hähnchen-Filets anzubraten. Die Knappen wirkten eifrig mit. Nach einer halben Stunde wechselten die beiden Gruppen.
Die Knappenschule fand zum sechsten Male statt und währte über drei Tage. "Wir hatten am Freitag zwei afghanische Familien mit 21 Personen hier, die begeistert dabei waren. Sie holten sogar ihre Instrumente von Zuhause, spielten uns vor und halfen beim Bühnenaufbau im Erthal-Saal. Es war ein echter kultureller Austausch von Gastfreundlichkeit und Bräuchen, bei dem die jüngeren Afghani übersetzten", schwärmt Schiebl. Am Sonntag kamen die jungen Gäste aus dem Nikol-Haus in Willmars.


Tatkräftige Unterstützung

"Die Idee zur Knappenschule hatte Richard von Wolfenstein. Den Freunden der Trimburg gefiel der Vorschlag, dafür die Trimburg zu nutzen und sie unterstützten die Aktion mit 20 Euro pro Kind, die für Essen und Getränke Verwendung finden", so der Minnesänger. Zu den Unterstützern gehören auch die Clans, die Hammelburger Reservisten, die Würzburger Hofbräu und der Lions-Club Trimburg-Saaletal.
Die Ritterschaften wirken ehrenamtlich mit und nehmen dafür weite Wege aus München oder Tübingen in Kauf. Schiebl weist zudem darauf hin, dass mit der Knappenschule ein weiterer Teil der Vorgaben erfüllt wird, Kultur und Historie zu vermitteln. Auch im nächsten Jahr gibt es wieder eine Knappenschule.